Während die Zinsmärkte in den vergangenen Jahren für Unruhe bei Immobilienkäufern sorgten, verzeichnet die LBS Landesbausparkasse Saar für 2025 deutlich steigende Darlehenszahlen. Das Volumen der ausgezahlten Bauspardarlehen kletterte auf rund 106 Millionen Euro – ein Plus von 10,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Noch kräftiger fiel der Zuwachs bei den Kreditneubewilligungen aus: Mit rund 215 Millionen Euro lagen sie 13 Prozent über dem Wert von 2024. Für die Bausparkasse mit Sitz in Saarbrücken setzt sich damit ein Aufwärtstrend fort, der bereits in den Vorjahren erkennbar war.
Das klassische Bauspargeschäft hingegen blieb hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die Bausparsumme im Neugeschäft erreichte rund 245 Millionen Euro und lag damit unter dem Vorjahresniveau. An der strategischen Relevanz des Produkts ändert das nach Einschätzung der Geschäftsleitung allerdings nichts. „Gerade die Entwicklungen am Kapitalmarkt der vergangenen Jahre zeigen, wie wertvoll eine frühzeitige Zinssicherung ist“, sagte Sascha Matheis, Sprecher der Geschäftsleitung der LBS Saar. Wer rechtzeitig mit dem Sparen begonnen habe, könne heute auf eine solide Finanzierungsbasis zurückgreifen – ob für den Immobilienerwerb, für Modernisierungen oder zur Umschuldung bestehender Kredite. „Bausparen steht für Planbarkeit, Stabilität und Eigenkapitalaufbau“, so Matheis.
Auf dem saarländischen Immobilienmarkt zeichnet sich nach Jahren des Rückgangs eine vorsichtige Stabilisierung ab. Bei Bestandsimmobilien registriert die LBS Saar seit 2025 eine leichte Preisbelebung. Neubauprojekte bleiben dagegen für viele Bauwillige schwer realisierbar, weil das Kostenniveau weiterhin hoch ist. Bundesweit war die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser zuletzt deutlich gesunken – ein Trend, den das traditionell stark eigentumsgeprägtes Saarland ebenfalls spürt.
Zwar verweist Matheis auf einen leichten Anstieg bei den Baugenehmigungen und nennt dies ein positives Signal. Doch er dämpft zugleich die Erwartungen: „Er lässt jedoch keine unmittelbaren Rückschlüsse auf den tatsächlichen Baubeginn zu. Entsprechend bleibt die Zahl der Baufertigstellungen weiterhin deutlich hinter der Entwicklung der Genehmigungen zurück.“ Ob und wann tatsächlich gebaut werde, hänge von einer ganzen Reihe von Faktoren ab – vom Vorverkaufsstand über Finanzierungskonditionen und Baukostenentwicklung bis hin zur Förderkulisse und der allgemeinen Marktnachfrage.
Parallel dazu gerät der Mietmarkt zunehmend unter Druck. In guten Lagen der Landeshauptstadt Saarbrücken erreichen die Angebotsmieten inzwischen bis zu 14 Euro pro Quadratmeter. Vor allem jüngere Haushalte reagieren darauf, indem sie ins Umland ausweichen oder den Kauf von Wohneigentum ernsthaft in Betracht ziehen. Die LBS Saar rechnet damit, dass 2026 bei den Mieten eine Belastungsgrenze erreicht sein dürfte und sich das Niveau auf hohem Stand einpendelt.
Trotz aller Herausforderungen bleibt der Traum von den eigenen vier Wänden für viele junge Saarländerinnen und Saarländer lebendig. Hohe Mieten und ein begrenztes Wohnraumangebot lassen den Gedanken an langfristige Sicherheit und Vermögensaufbau an Gewicht gewinnen. Die Bilanz der LBS Saar zeigt, dass das Instrument Bausparen in diesem Umfeld keineswegs an Bedeutung verloren hat – im Gegenteil: Gerade die gestiegenen Darlehenszahlen belegen, dass viele Sparer ihre Verträge nun aktiv für die Finanzierung nutzen.



















