Das Saarland und Rheinland-Pfalz bündeln ihre Kräfte beim Bodenschutz – und schließen damit eine Lücke, die Fachleute seit Jahren bemängeln. Am 2. März unterzeichneten das saarländische Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) und das Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz (LGB) eine Kooperationsvereinbarung, die auf fünf Jahre angelegt ist und ein Gesamtvolumen von 1,49 Millionen Euro umfasst.
Im Kern geht es darum, die Datenlage über den Zustand der Böden im Saarland erheblich zu verbessern. Bisher existiert dort lediglich eine Bodenkarte im Maßstab 1:100.000 – viel zu grob, um für konkrete Planungen auf kommunaler Ebene tauglich zu sein. Künftig soll eine deutlich detailliertere Karte im Maßstab 1:50.000 entstehen, die wesentlich genauere Rückschlüsse auf Bodeneigenschaften zulässt.
Zentraler Baustein der Zusammenarbeit ist die Anbindung des Saarlandes an das rheinland-pfälzische Fachinformationssystem Boden, kurz BoFa. Dieses digitale Werkzeug ist bereits in Rheinland-Pfalz und Hessen im Einsatz und ermöglicht es, Bodenfunktionen automatisiert zu bewerten. Dazu zählt etwa die Fähigkeit eines Bodens, Wasser zu speichern, Schadstoffe zu filtern oder als Standort für Land- und Forstwirtschaft zu dienen. Was bislang aufwendig manuell erhoben werden musste, lässt sich mit dem System standardisiert und vergleichbar erfassen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der automatisierten Erstellung von Bewertungskarten im besonders feinen Maßstab 1:5.000. Diese Karten basieren auf der sogenannten Bodenschätzung und folgen einem Modell, das sich in den beiden Nachbarländern bereits bewährt hat. Kommunen sollen damit ein präzises Instrument an die Hand bekommen, um bei Bauvorhaben, Flächennutzungsplänen oder Ausgleichsmaßnahmen fundiert entscheiden zu können. Denn wer den Boden schützen will, muss zunächst wissen, was er schützt – und wo besonders wertvolle Flächen liegen.
Die Vereinbarung reiht sich in eine wachsende Erkenntnis ein, dass Boden als Ressource weit mehr Aufmerksamkeit verdient, als er lange erhalten hat. Versiegelung, intensive Nutzung und Klimaveränderungen setzen ihm zu. Gerade die Wasserspeicherfähigkeit von Böden gewinnt angesichts zunehmender Starkregenereignisse und Trockenperioden an Bedeutung. Dass zwei Bundesländer ihre Expertise und Infrastruktur teilen, statt jeweils eigene Systeme aufzubauen, ist dabei nicht nur fachlich sinnvoll, sondern auch ökonomisch klug.
Mit der Unterzeichnung durch Vertreterinnen und Vertreter des saarländischen Umweltministeriums, des LUA und des LGB ist der Startschuss gefallen. In den kommenden fünf Jahren wird sich zeigen, wie schnell die neuen Datengrundlagen in die Praxis überführt werden können – und ob das Saarland beim Bodenschutz den Anschluss an seine Nachbarn nicht nur digital, sondern auch inhaltlich schafft.





















