Der geplante Ausbau der Ursapharm-Arena wird für die FDP Saar zum Prüfstein. Nach Ansicht der Liberalen zeigt das Vorhaben der SV Elversberg exemplarisch, wie schnell große Investitionsprojekte im Land ins Stocken geraten, sobald sich verschiedene Zuständigkeiten überlagern. Die Forderung der Partei ist deutlich: Das Land dürfe sich nicht auf die Zuschauerränge zurückziehen.
Konkret geht es um die Kapazität des Stadions. Der Verein will die Zahl der Plätze von rund 10.000 auf 15.500 anheben. Zwischen Klub, Gemeinde und Bauaufsicht sind allerdings noch etliche Punkte ungeklärt. Offen bleiben vor allem Fragen zu Sicherheit, Brandschutz, Verkehr und der Erschließung des Geländes.
Für die Liberalen ist ein Ausbau dieser Dimension keine rein kommunale Angelegenheit. Sie sehen in der SV Elversberg längst mehr als einen Fußballverein. Der Klub sei zu einem Wirtschaftsfaktor und Botschafter für das gesamte Saarland geworden. Ein Bundesligist mit bundesweiter Wahrnehmung, so das Argument, biete ein Standortmarketing, das sich das Land mit Geld kaum verschaffen könnte.
Aus dieser Bedeutung leitet die FDP eine klare Pflicht ab. Wer den sportlichen Erfolg des Vereins für die Außendarstellung des Landes nutze, müsse auch dann zur Stelle sein, wenn es kompliziert werde. Schöne Bilder von Ministerpräsidentin Anke Rehlinger im Stadion reichten dafür nicht aus, kritisiert die Partei.
Um solche Vorhaben künftig besser zu begleiten, verlangt die FDP eine zentrale Koordinierung auf Landesebene für Bau- und Investitionsprojekte von überregionaler Tragweite. Kommunen sollten bei komplexen Großvorhaben fachlich wie personell unterstützt werden. Zugleich brauche es landesweit möglichst einheitliche Standards bei der Anwendung des Baurechts sowie klare Bearbeitungswege zwischen den beteiligten Behörden.
Deutliche Worte findet die Landesvorsitzende Angelika Hießerich-Peter. „Der Ausbau der SVE ist ein Test dafür, wie investitionsfähig das Saarland noch ist“, erklärt sie. Bei einem Projekt von landesweiter Bedeutung dürfe sich das Land nicht auf die Zuschauertribüne zurückziehen. Wer sich mit den Erfolgen des Vereins schmücke, müsse auch Verantwortung übernehmen, wenn es schwierig werde. In der Pflicht sieht sie nun Ministerpräsidentin Rehlinger und Innenminister Reinhold Jost.


















