Fachkräfte für den öffentlichen Dienst zu finden, wird auch für Kommunen wie St. Ingbert zunehmend zur Herausforderung. Die Stadt setzt deshalb nun auf einen neuen Weg: Erstmals bildet sie einen dual Studierenden im Bauingenieurwesen aus. Aaron Augustin, 23 Jahre alt, hat seinen Dienst im Fachbereich „Straßen“ bereits aufgenommen.
Parallel zu seiner Arbeit im Rathaus studiert Augustin an der Hochschule Kaiserslautern. Die Kombination aus Theorie und Praxis soll ihn nicht nur akademisch qualifizieren, sondern ihn auch frühzeitig mit den Abläufen der städtischen Verwaltung vertraut machen.
Hinter dem Schritt steckt eine klare personalpolitische Überlegung. Weil der bisherige Abteilungsleiter ausscheidet, will die Stadt den Übergang möglichst reibungslos gestalten. „Mit dieser Maßnahme wollen wir die Personalsituation nach dem Ausscheiden des Abteilungsleiters entlasten und gleichzeitig dem bestehenden Fachkräftebedarf entgegenwirken“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer, der den Nachwuchskräftigen im Rathaus persönlich begrüßte.
Das duale Studium ist anspruchsvoll und alles andere als ein verkürzter Weg zum Abschluss. Über sieben Semester hinweg belegen die Studierenden dieselben Vorlesungen wie ihre klassisch immatrikulierten Kommilitonen und schreiben auch die gleichen Klausuren. Am Ende steht der akademische Grad „Bachelor of Engineering“.
Der entscheidende Unterschied liegt im Praxisbezug. Während der Vorlesungszeit bleibt in der Regel mindestens ein Tag pro Woche vorlesungsfrei, den die Studierenden für ihren Einsatz im Betrieb nutzen. Auch die Semesterferien sind für die praktische Arbeit vorgesehen, sodass Theorie und Anwendung eng miteinander verzahnt bleiben.
Für St. Ingbert ist Augustins Start damit mehr als eine einzelne Personalie. Die Stadt erprobt ein Modell, mit dem sie qualifizierten Nachwuchs an sich binden und dem Personalmangel im technischen Bereich langfristig begegnen möchte.



















