Zehn Punkte aus sechs Spielen, dazu zuletzt der 2:1-Heimsieg gegen Kaiserslautern II: Der FC 08 Homburg kann am heutigen Samstag eine intensive englische Woche mit einem weiteren Erfolg abschließen. Um 14 Uhr gastieren die Grün-Weißen im maxworx Sportpark in Dreieich bei der U21 von Eintracht Frankfurt. Angesichts der angespannten Personalsituation wäre ein Dreier nicht nur tabellarisch wertvoll – er würde auch einen bislang durchaus ordentlichen Saisonstart weiter festigen.
Allzu häufig sollte der Blick trotzdem noch nicht auf die Tabelle wandern. Die Regionalliga Südwest präsentiert sich hinter Spitzenreiter Kickers Offenbach ausgeglichen, wenige Punkte können mehrere Plätze ausmachen. Bis dahin sollte für den FCH vor allem gelten: Spiele annehmen, Ausfälle gemeinsam auffangen und als Mannschaft möglichst konstant punkten.
Dass genau das momentan notwendig ist, zeigt die englische Woche. Erst am vergangenen Sonntag spielte Homburg in Mannheim, am Mittwoch folgte das Flutlichtspiel gegen Kaiserslautern und nun bereits die nächste Partie. Viel Trainingszeit blieb nicht. Roland Seitz sprach deshalb davon, dass der Schwerpunkt vor allem auf Regeneration, Aufarbeitung und Vorbereitung gelegen habe. Einige Spieler seien angeschlagen und benötigten zusätzliche Pflege.
Der Sieg gegen Kaiserslautern dürfte dabei zumindest mental geholfen haben. Nach dem erneuten Rückstand drehte der FCH die Partie in der zweiten Hälfte. „Das ist, glaube ich, nicht immer selbstverständlich. Das haben die Jungs wirklich super gemacht“, sagte Seitz. Dauerhaft wolle er sich auf solche Aufholjagden allerdings nicht verlassen: „Ich weiß, dass es auf Dauer nicht geht, Rückstände permanent aufzuholen.“
In Frankfurt wartet nun eine ganz andere Aufgabe. Während sich Kaiserslautern im Waldstadion tief zurückzog, erwartet Seitz von der Eintracht ein aggressiveres Pressing und deutlich mehr Mut. „Frankfurt ist sehr aggressiv, läuft hoch an, zockt auch ein bisschen mehr im Defensivbereich“, beschreibt der Trainer den Unterschied. Gerade die Schnelligkeit und Unbekümmertheit der jungen Frankfurter will er möglichst früh einschränken: „Wir dürfen sie nicht spielen lassen.“
Die U21 der Eintracht steht nach sechs Spielen mit sieben Punkten auf Rang zehn. Nach Niederlagen gegen Kassel, die Stuttgarter Kickers und Heilbronn-Freiberg sammelte die Mannschaft zuletzt wieder Zählbares. Gegen Walldorf gab es ein 1:1, am Mittwoch gewann Frankfurt mit 2:1 bei der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz. Auf den ersten Heimsieg wartet der Aufsteiger allerdings noch. Seitz hält die Hessen trotzdem für stärker, als es der bisherige Tabellenstand vermuten lässt. Gegen Freiberg habe Frankfurt beispielsweise eine gute Partie gezeigt und unglücklich verloren. „Es ist schon eine Truppe, die einen sehr, sehr guten Ball spielt“, sagt der FCH-Coach.
Jan-Erik Eichhorn erwartet deshalb ebenfalls ein intensives Spiel. Der Linksverteidiger steht seit der Partie in Mannheim regelmäßig in der Anfangsformation und sieht die Homburger Mannschaft inzwischen deutlich weiter als noch zu Beginn der Vorbereitung. „Gewisse Abläufe haben noch nicht gegriffen. Aber ich denke, dass es jetzt mit der Zeit immer besser und besser wird“, sagt der 24-Jährige. Für Samstag stellt Eichhorn vor allem die Mannschaft über alles andere. „Das Wichtigste, denke ich, ist mannschaftliche Geschlossenheit“, sagt er. Auch bei Rückschlägen müsse der FCH gemeinsam reagieren und anschließend wieder sein eigenes Spiel aufziehen. Sein Ziel formuliert er ebenfalls eindeutig: „Ich möchte die englische Woche mit der Mannschaft noch einmal mit drei Punkten beenden.“
Personell bleibt Seitz allerdings nur begrenzter Spielraum. Frederik Schumann, Jacob Roden und Nico Jörg fehlen weiterhin längerfristig, Michael Guthörl steht ebenfalls nicht zur Verfügung. Michael Heilig muss nach seiner Roten Karte in Mannheim noch einmal zuschauen. Darüber hinaus gibt es einige angeschlagene Spieler, die nach Aussage des Trainers aber einsatzbereit sind. Seitz rechnet deshalb mit demselben Kader wie am Mittwoch gegen Kaiserslautern.
Gerade angesichts dieser Situation wären drei weitere Punkte wertvoll. Der Kader ist in voller Besetzung durchaus konkurrenzfähig und variabel, momentan aber an einigen Stellen auf Kante genäht. Umso wichtiger ist, dass die Mannschaft Ausfälle gemeinsam kompensiert. Mit einem Erfolg in Dreieich könnte der FCH die englische Woche erfolgreich abschließen und sich zunächst im oberen Drittel festsetzen. Mehr Bedeutung sollte man der Tabelle Mitte September noch nicht geben. Wichtiger wäre, dass die Grün-Weißen ihren bislang wechselhaften Auftritten etwas mehr Konstanz verleihen – und auch auswärts wieder jenes Gesicht zeigen, das bereits beim Sieg in Sandhausen zu sehen war.




















