Hans Bollinger ist am Donnerstag, 10. September 2026, mit dem Saarländischen Verdienstorden für sein außergewöhnliches Engagement für Völkerverständigung, europäische Zusammenarbeit und die Bildung junger Menschen ausgezeichnet worden. Ministerpräsidentin Anke Rehlinger verlieh ihm die Ordensinsignien während einer Feierstunde in der Festhalle der Staatskanzlei. Foto: Staatskanzlei Saarland/Pfeifer

Für ein Lebenswerk, das Grenzen überwindet und Menschen zusammenführt, hat Hans Bollinger die höchste Auszeichnung des Landes erhalten. Ministerpräsidentin Anke Rehlinger überreichte ihm am Donnerstag, 10. September 2026, in der Festhalle der Staatskanzlei den Saarländischen Verdienstorden. Gewürdigt wurde damit sein jahrzehntelanges Engagement für Völkerverständigung, europäische Zusammenarbeit und die Bildung junger Menschen.

Bollinger hat viele Rollen ausgefüllt: Pädagoge, Schulleiter, Musiker, Autor und Kulturvermittler. Als langjähriger Leiter der Gesamtschule Gersheim ging es ihm nie allein um Lehrstoff. Bildung verstand er stets auch als Schule der Toleranz, der Weltoffenheit und der demokratischen Werte.

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Ein roter Faden zieht sich durch sein Wirken: die Verständigung mit den östlichen Nachbarn, allen voran mit Polen. Schon zu Zeiten des Eisernen Vorhangs suchte er den Kontakt und organisierte Begegnungen zwischen Menschen, die politische Systeme eigentlich trennten. 2006 gründete er den trinationalen Verein „Begegnungen auf der Grenze“, der Menschen aus Deutschland, Frankreich und Polen zusammenbringt. Seine engen Verbindungen nach Polen ebneten den Weg für die 2009 offiziell besiegelte Partnerschaft zwischen dem Saarland und der Woiwodschaft Podkarpackie.

Als Mitgestalter des ökologischen Schullandheims „Spohns Haus“ in Gersheim verband Bollinger Umweltbildung mit internationaler Jugendarbeit. Aus dem Haus wurde ein Ort der Völkerverständigung. Zahlreiche Schulpartnerschaften zwischen dem Saarland und Polen entstanden, Tausende junge Menschen kamen dort ins Gespräch. Auch zur Ukraine knüpfte Bollinger enge Bande. Nach Beginn des russischen Angriffskrieges organisierte er Hilfstransporte, nahm Gäste auf und führte die trilateralen Jugendbegegnungen mit Jugendlichen aus Polen, der Ukraine und dem Saarland fort.

Auch die Musik gehört zu seinem Lebensweg. Als Mitglied der Folkgruppe „Espe“ widmete er sich unter anderem dem jiddischen Liedgut und machte die Kultur des osteuropäischen Judentums einem breiten Publikum zugänglich.

Ministerpräsidentin Rehlinger fand deutliche Worte des Dankes. „Hans Bollinger ist ein leidenschaftlicher Europäer und ein Brückenbauer im besten Sinne“, sagte sie. „Er hat Europa nicht nur als politische Idee verstanden, sondern es über Jahrzehnte ganz konkret gelebt. Er hat junge Menschen zusammengebracht, ihnen neue Perspektiven eröffnet und Grenzen und Vorurteile überwunden.“ Sein Lebenswerk stehe für Verständigung und Weltoffenheit, so die Regierungschefin, und für die Überzeugung, dass Frieden dort beginne, wo Menschen einander begegnen.

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Es ist längst nicht die erste Ehrung für Bollinger. Bereits 2003 erhielt er das Kavalierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen, 2008 folgte das Bundesverdienstkreuz am Bande. Ausgezeichnet wurde er zudem mit dem Titel „Dobry Sąsiad – Guter Nachbar“ des Deutsch-Polnischen Jugendwerks, mit „Bene Merito“ des polnischen Außenministeriums und 2016 mit „Honoris Gratia“ der Stadt Krakau. Der Saarländische Verdienstorden reiht sich nun in eine lange Liste ein – und würdigt ein Leben, das der Begegnung gewidmet war.

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