Der vorläufige Stopp der Planungen für eine Nordsaarlandklinik ruft die saarländische FDP auf den Plan. Für die Liberalen darf das Aus für das bisherige Modell nicht das Ende der Debatte über die medizinische Versorgung im Hochwald bedeuten – im Gegenteil. Sie sehen darin die Gelegenheit für einen grundlegenden Neustart.
„Die Menschen im Hochwald haben Anspruch auf eine verlässliche, wohnortnahe medizinische Versorgung – heute und auch in zehn oder zwanzig Jahren“, betont Dr. Helmut Isringhaus, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP Saar. Genau dieses Ziel dürfe man nun nicht aus den Augen verlieren.
Die Partei stellt sich grundsätzlich hinter neue Versorgungsmodelle, die ambulante und stationäre Angebote miteinander verknüpfen. Besonders in ländlichen Regionen könnten solche Konzepte helfen, medizinische Leistungen dauerhaft vor Ort zu halten und dem wachsenden Ärztemangel etwas entgegenzusetzen.
Dass die Kassenärztliche Vereinigung nach eingehender Prüfung zu dem Schluss kam, das vorgelegte Modell sei in dieser Form nicht tragfähig, wertet Isringhaus nicht als Rückschlag. Die Landesregierung müsse diese Einschätzung ernst nehmen, fordert er. „Das sollte nicht als Blockade verstanden werden, sondern als Chance, gemeinsam ein besseres und dauerhaft tragfähiges Konzept zu entwickeln.“
Entscheidend sei für die FDP nicht, welches Schild an einem Gebäude prange, sondern welche Leistungen die Menschen am Ende tatsächlich bekommen. Diagnostik, ambulante Behandlungen, planbare Eingriffe und eine funktionierende Notfallversorgung sollten möglichst nah am Wohnort verfügbar bleiben. Hochkomplexe Operationen dagegen gehörten aus Gründen der Sicherheit und Qualität in spezialisierte Zentren.
„Die Menschen erwarten zu Recht eine gute medizinische Versorgung – nicht unbedingt ein Krankenhaus nach den Strukturen von gestern“, so der Gesundheitspolitiker. Ziel müsse sein, dass die Bürger im Hochwald rasch die passende Behandlung am richtigen Ort erhielten. Das sei moderne Gesundheitspolitik.
Konkret verlangt die FDP von der Landesregierung, die Gründe für den Rückzug der Kassenärztlichen Vereinigung offenzulegen und gemeinsam mit allen Beteiligten zügig ein neues, belastbares Versorgungskonzept auf den Weg zu bringen. Die Region dürfe aus der Diskussion nicht als Verlierer hervorgehen.
Stattdessen könne der Hochwald sogar zum Vorbild werden, wie Isringhaus abschließend deutlich macht: „Der Hochwald kann Vorreiter einer modernen Gesundheitsversorgung werden – wenn medizinische Qualität, Vernunft und die Interessen der Patienten im Mittelpunkt stehen und nicht politische Symbolpolitik.“

















