Foto: FC 08 Homburg
Anzeige

Die Niederlage an sich war kein Schock. Das Wie schon eher. Der FC 08 Homburg hat am Samstag im ersten Auswärtsspiel der neuen Regionalliga-Saison eine klare Niederlage kassiert. Beim SGV Heilbronn-Freiberg unterlagen die Grün-Weißen am Samstag in Nöttingen mit 0:3. Gegen einen der Aufstiegsfavoriten war der FCH über weite Strecken zu harmlos, leistete sich bei den Gegentoren zu einfache Fehler und fand offensiv kaum Lösungen. Von jenem Willen, jener Intensität und jener Leidenschaft, die den FCH noch eine Woche zuvor gegen Mainz ausgezeichnet hatten, war  über 90 Minuten zu wenig zu sehen.

Trainer Roland Seitz musste seine Startelf gegenüber dem 2:1 zum Auftakt gegen Mainz 05 II auf einer Position verändern. Besonders bitter: Jacob Roden hatte sich im ersten Saisonspiel einen Syndesmosebandriss zugezogen und wird voraussichtlich acht bis zwölf Wochen fehlen. Auch Marc Ehrhart stand wegen muskulärer Probleme nicht zur Verfügung. Für Roden begann Emir Kuhinja im Sturm. Hilal El-Helwe kehrte dagegen nach seiner langen Verletzungspause in den Kader zurück.

Anzeige

Die Gastgeber übernahmen früh die Initiative. Schon in der vierten Minute musste Michael Gelt erstmals eingreifen, zwei Minuten später kam Kudala nach einer Hereingabe im Homburger Strafraum zum Abschluss. Der FCH bekam das aggressive Freiberger Pressing nur selten sauber überspielt und verbrachte deutlich mehr Zeit in der eigenen Hälfte als ihm lieb sein konnte.

Freiberg blieb auch in der Folge gefährlicher. Philipp Steinhart blockte zunächst einen Abschluss von Lee und war wenig später auch bei einem Distanzversuch von Bradara zur Stelle. Homburg selbst kam kaum vor das gegnerische Tor. In der 29. Minute leistete sich der FCH dann einen Ballverlust im Spielaufbau. Ein Freiberger lief alleine auf Gelt zu, der Homburger Torhüter verhinderte mit einer starken Parade zunächst den Rückstand. Wenig später fiel das 1:0 dann doch – und erneut machte es der FCH dem Gegner zu einfach. Nach einem Eckball kam Scott Kennedy am langen Pfosten frei zum Kopfball und brachte die Gastgeber in Führung. Hilal El-Helwe sprach später von einem „dummen Standardtor“ nach einem individuellen Fehler in der Situation davor.

Anzeige

Die beste Homburger Möglichkeit der ersten Halbzeit folgte direkt danach. Armend Qenaj spielte Frederik Schumann im Strafraum frei, dessen Abschluss SGV-Torhüter Grawe jedoch parierte. Viel mehr kam offensiv nicht. Julian Günther-Schmidt fasste es nach der Partie knapp zusammen: „Große Torschancen haben wir uns heute nicht rausgespielt. War ja mau.“ Zur Pause lag der FCH nur mit einem Treffer zurück. Seitz brachte El-Helwe für Nicolas Andermatt und versuchte, offensiv mehr Zugriff zu bekommen. Stattdessen erhöhte Freiberg bereits in der 55. Minute. Nach einem Steckpass war James Ojiekhai frei durch und schob zum 2:0 ein.

Damit hatte der FCH früh in der zweiten Halbzeit die nächste schwere Hypothek. Zwar versuchten die Grün-Weißen, noch einmal nach vorne zu kommen, doch zwingend wurde es kaum. Ein Distanzschuss von Simon Joachims nach einer Ecke wurde abgefälscht. Auf der anderen Seite blieb Freiberg gefährlicher und hätte durch Ojiekhai beinahe noch früher erhöht, dessen Abschluss am Pfosten landete.

Anzeige

Auch Seitz fehlte bei seiner Mannschaft vor allem die nötige Gegenwehr. „Wir hätten uns mehr wehren müssen“, sagte der FCH-Trainer nach dem Spiel. Freiberg sei aggressiver aufgetreten, während Homburg die Zweikämpfe und zweiten Bälle nicht konsequent genug angenommen habe. In der Pressekonferenz erkannte Seitz den Sieg des Gegners entsprechend an. „Freiberg wollte den Sieg mehr. Freiberg war aggressiver.“
In der 75. Minute wurde es für Homburg noch schwieriger. Birkan Çelik kam im Freiberger Strafraum zu Fall, Schiedsrichter Marvin Maier wertete die Aktion jedoch als Schwalbe. Da Çelik bereits verwarnt war, sah er Gelb-Rot. In Unterzahl hatte der FCH nichts mehr entgegenzusetzen. Fünf Minuten vor Schluss wurde Minos Gouras im Homburger Strafraum zu Fall gebracht. Den anschließenden Elfmeter verwandelte Leon Petö zum 3:0-Endstand.

Am Ergebnis gab es danach wenig zu diskutieren. Heilbronn-Freiberg war über die 90 Minuten die bessere Mannschaft und setzte sich verdient durch. Dass Homburg bei einem der großen Titelanwärter verlieren kann, ist keine Überraschung. Enttäuschend war vielmehr der Auftritt. Eine Woche nach dem leidenschaftlichen Saisonstart gegen Mainz fehlten in Nöttingen über weite Strecken genau jene Aggressivität und Konsequenz, die es gegen einen Gegner dieser Qualität gebraucht hätte. Günther-Schmidt sprach von einer verdienten Niederlage und einem „gebrauchten Tag“. „Wir konnten nicht an die Leistung von letzter Woche anknüpfen“, sagte der 31-Jährige. Panik sei nach dem zweiten Spieltag allerdings nicht angebracht. Die Fehler müssten nun aufgearbeitet werden.

Viel Zeit bleibt dafür nicht. Bereits am kommenden Samstag wartet auf den FCH die nächste schwere Auswärtsaufgabe. Um 14 Uhr gastieren die Grün-Weißen beim SV Sandhausen, der ebenso wie Heilbronn-Freiberg zu den großen Aufstiegsfavoriten der Regionalliga Südwest zählt. Nach dem schwachen Auftritt in Nöttingen wird dort vor allem eine andere Präsenz gefragt sein.

💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar
Anzeige
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein