Wer am Donnerstag, 26. März 2026, im Saarland auf Bus und Bahn angewiesen ist, muss sich auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr des Landes zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen – von 3 Uhr morgens bis zum Ende der letzten Schicht. Betroffen sind sieben Unternehmen, darunter die Saarbahn GmbH, die Saarbahn Netz GmbH, die Neunkircher Verkehrs GmbH, die Fahrzeugservice Neunkirchen GmbH, die Kreisverkehrsbetriebe Saarlouis GmbH, die Völklinger Verkehrsbetriebe GmbH sowie die Verkehrsbetriebe Merzig-Wadern. Erst am Freitag soll der reguläre Betrieb wieder anlaufen.
Auslöser des Arbeitskampfes ist der Tarifkonflikt um den TV-N Saar, dessen vierte Verhandlungsrunde am 19. März 2026 nach Darstellung der Gewerkschaft ein denkwürdiges Ende fand. Die Arbeitgeberseite habe die Gespräche vorzeitig abgebrochen – obwohl ver.di bei ihren Forderungen Entgegenkommen signalisiert habe. Besonders schwer wiegt aus Sicht der Gewerkschaft ein Detail: Die Vertreter des Kommunalen Arbeitgeberverbands Saar hätten die Verhandlungskommission lachend zurückgelassen. Ver.di bewertet das als Zeichen mangelnden Respekts gegenüber den Beschäftigten und als fatales Signal für den gesamten Tarifprozess.
„Die Kolleginnen und Kollegen im kommunalen Nahverkehr halten mit ihrer täglichen Arbeit das öffentliche Leben im Saarland am Laufen. Wer in einer solchen Situation zentrale Verbesserungen der Arbeitsbedingungen weiter verweigert, gefährdet die Zukunftsfähigkeit des ÖPNV“, sagte Janosch Fegert, Gewerkschaftssekretär im zuständigen Fachbereich. Seine Worte machen deutlich, wie aufgeladen die Stimmung in den Betrieben mittlerweile ist.
Die Forderungen, die ver.di in die Verhandlungen eingebracht hat, sind umfangreich. Im Kern geht es um eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 10,6 Prozent, mindestens jedoch 335 Euro. Darüber hinaus verlangt die Gewerkschaft bessere Konditionen für Auszubildende, höhere Nachtzuschläge, Erschwerniszulagen für das Werkstattpersonal sowie einen Mehrarbeitszuschlag ab der ersten Minute – auch für Teilzeitbeschäftigte. Auf der Liste stehen außerdem eine Reduzierung des maximalen Pausenabzugs pro Schicht, ein Urlaubsgeld und zwei zusätzliche Urlaubstage für Gewerkschaftsmitglieder.
Am Streiktag selbst will ver.di nicht nur den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, sondern auch die eigene Basis einbinden. Geplant ist eine Streikdelegiertenkonferenz, bei der Vertreterinnen und Vertreter aus den betroffenen Betrieben die aktuelle Lage bewerten, Rückmeldungen der Belegschaften zusammentragen und über das weitere Vorgehen beraten sollen. „Die Delegiertenversammlung macht deutlich, dass die Beschäftigten diesen Tarifkonflikt gemeinsam führen. Die Stimmen aus den Betrieben werden dort zusammengetragen und bilden die Grundlage für das weitere Vorgehen“, betonte Fegert.
Zusätzlich hat die Gewerkschaft für den 26. März eine Pressekonferenz in der Turnhalle Brebach in Saarbrücken angekündigt. Dort will ver.di über die Auswirkungen des Warnstreiks, die Bewertung der bisherigen Verhandlungen und die nächsten gewerkschaftlichen Schritte informieren. Die genaue Uhrzeit steht noch nicht fest. Klar ist hingegen die Botschaft, die ver.di mit dem Ausstand senden will: Solange der Kommunale Arbeitgeberverband Saar kein ernsthaftes Angebot vorlegt, bleibt der Konflikt ungelöst – und die Fahrgäste im Saarland müssen mit weiteren Einschränkungen rechnen.
















