Bunte Socken, gemeinsamer Gesang und ein klares Signal für Inklusion: Am Welt-Down-Syndrom-Tag hat die Kreisstadt Homburg in ihrer Innenstadt ein Zeichen gesetzt, das weit über den Anlass hinausreicht. Denn der 21. März, der in diesem Jahr auf einen Samstag und damit zugleich auf den kalendarischen Frühlingsanfang sowie den Keramikmarkt fiel, wurde an der Talstraße im Bereich der Sommeroase zum Treffpunkt für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung.
Organisiert hatten die Aktion das saarländische Ministerium für Inneres, Bauen und Sport gemeinsam mit Special Olympics Deutschland, Special Olympics Saarland und dem Landessportverband des Saarlandes. In allen sechs Kreisstädten sowie in der Regionalverbandsstadt Saarbrücken fanden parallel Veranstaltungen statt. In Homburg eröffnete ein Teil des Chors der Reha GmbH das Programm mit Musik, Tanz und mehreren Liedern – darunter der eigens für die Special Olympics geschriebene Song „Dabeisein ist Saarland“.
Nach der Moderation durch Stefanie Friedrich, die den Chor und die Tänzerinnen und Tänzer für ihren Auftritt würdigte, begrüßte sie unter anderem Landtagsabgeordnete, Bürgermeister Manfred Rippel und den Beigeordneten Philipp Scheibweiler. Dieser richtete sich an die zahlreichen Besucher und ordnete den Aktionstag ein: „Es ist für uns eine besondere Freude, dass diese Veranstaltung heute hier stattfindet […]“, sagte er und verwies darauf, dass das Thema Inklusion im Saarland in diesem Jahr mit vielen weiteren Veranstaltungen aufgegriffen werde.
Gleichzeitig verband Scheibweiler seine Worte mit einer klaren Haltung: „Ihr gehört mitten rein, ihr gehört nach vorne.“ Für ihn zeige sich gerade bei solchen Veranstaltungen, wie gesellschaftliche Teilhabe konkret gelebt werden könne. Mit Blick auf die kommenden Monate betonte er zudem die Rolle Homburgs bei den Special Olympics: „Wir sind froh, dass wir als Stadt in diesem Jahr auch Gastgeber sind für die Special Olympics.“ Als sogenannte Host-Town werde Homburg nicht nur Teil des Programms sein, sondern auch eigene Veranstaltungen ausrichten – darunter ein Stadtfest der Inklusion am 13. Juni.
Anschließend übergab der Beigeordnete das Mikrofon an Thomas Höchst, den Beauftragten für Schule und Integration, der die Stadtverwaltung bei der Vorbereitung sowohl des Inklusionsfestes als auch der Special Olympics im Sportzentrum Erbach intensiv unterstützt. Höchst skizzierte die geplanten Veranstaltungen und lud alle Anwesenden zum Mitmachen ein. Vor allem aber wandte er sich direkt an die Menschen mit Down-Syndrom, die an diesem Tag im Mittelpunkt standen. Es gehe darum, sie wie alle Menschen mit Beeinträchtigungen in die Mitte der Gesellschaft zu rücken, betonte er. „Ihr seid Vorbilder und die Stars dieser Veranstaltung“, sagte Thomas Höchst – und bat den Chor sowie das gesamte Publikum, gemeinsam weitere Lieder anzustimmen.
Die Einladung wurde bereitwillig angenommen. Aus dem Gesang mit dem Reha-Chor entstand ein Moment, der die Idee von Gemeinschaft greifbar machte. Wer sich zwischen den Liedern an den aufgestellten Stellwänden umsah, fand dort neben Informationen zu den Special Olympics auch 20 bunte Socken. Hinter jeder einzelnen verbarg sich das Porträt eines Menschen mit Down-Syndrom samt QR-Code, über den ein YouTube-Video abrufbar war. Darin stellten sich die Protagonisten selbst vor, sprachen über ihr Leben, ihre Wünsche und Ziele.
Die Aktion nutzte zudem Flyer und Roll-Ups, um auf die bevorstehenden Special Olympics Nationale Spiele aufmerksam zu machen, die in diesem Jahr im Saarland und auch in Homburg Station machen. Viele Besucher zeigten ihre Solidarität auf ganz eigene Weise: Sie trugen bewusst zwei verschiedene Socken – ein kleines, aber sichtbares Zeichen der Verbundenheit mit Menschen mit Down-Syndrom, das an diesem Samstag in der Homburger Innenstadt kaum zu übersehen war.
Alle Bilder: Friedel Simon


























































