
Drei Stunden am Tag – so lange greifen Menschen in Deutschland mittlerweile durchschnittlich zu ihrem Smartphone. Die Nutzungsdauer ist damit gegenüber 2024 noch einmal deutlich gestiegen, von damals rund 150 auf nun 180 Minuten täglich. Das geht aus einer repräsentativen Befragung hervor, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom Anfang 2026 unter 1.006 Personen ab 16 Jahren durchgeführt hat.
Besonders intensiv fällt der Blick aufs Display bei den Jüngeren aus. In der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen liegt die tägliche Nutzung bei durchschnittlich 216 Minuten – also mehr als dreieinhalb Stunden. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 192 Minuten, die 50- bis 64-Jährigen kommen auf 177 Minuten. Erst ab 65 Jahren sinkt der Wert merklich: Auf 113 Minuten pro Tag beziffert die Erhebung die Nutzung in dieser Gruppe.
„Das Smartphone ist für viele längst die Fernbedienung des Alltags: vom Ticket über Banking bis zur Verabredung. Gerade Jüngere organisieren Kommunikation, Unterhaltung und viele Erledigungen fast komplett über das Gerät“, ordnet Dr. Sebastian Klöß ein, der bei Bitkom den Bereich Consumer Technology verantwortet. Entscheidend sei dabei nicht allein die wachsende Bildschirmzeit, sondern ein grundlegender Wandel im Umgang mit dem Gerät. „Wer vieles mobil erledigt, nutzt das Smartphone häufiger, kürzer und über den Tag verteilt“, so Klöß weiter.
Dass das Smartphone seinen Ursprung als Telefon längst hinter sich gelassen hat, belegen die Zahlen zum Telefonierverhalten eindrücklich. Gerade einmal 26 Minuten der insgesamt 180 Minuten entfallen im Schnitt auf klassische Sprachanrufe. Bis zum Alter von 64 Jahren bleibt die Gesprächsdauer mit rund einer halben Stunde täglich relativ stabil. Bei den über 65-Jährigen schrumpft sie dagegen auf 18 Minuten – ein Befund, den Klöß mit der nach wie vor starken Rolle des Festnetztelefons in dieser Generation erklärt. „Wenn es um das Telefonieren geht, spielt gerade in älteren Altersgruppen das Festnetz häufig eine größere Rolle als das Smartphone“, betont der Bitkom-Experte.
Auch die Art, wie telefoniert wird, hat sich spürbar verändert. Nur noch 56 Prozent der Befragten halten ihr Gerät am häufigsten klassisch ans Ohr. Fast ebenso viele – 48 Prozent – greifen bevorzugt zu Kopfhörern oder einem Headset und telefonieren damit freihändig. 42 Prozent nutzen regelmäßig die Lautsprecherfunktion, und 37 Prozent halten das Smartphone beim Sprechen längs vor den Mund. Die Zeiten, in denen ein Telefonat automatisch bedeutete, sich ein Gerät an die Wange zu pressen, scheinen damit endgültig vorbei.
Methodisch stützt sich die Erhebung auf telefonische Interviews mit 1.006 Personen ab 16 Jahren, darunter 861 Smartphone-Nutzerinnen und -Nutzer. Befragt wurde zwischen der ersten und der fünften Kalenderwoche 2026. Die Teilnehmenden sollten unter anderem einschätzen, wie lange sie ihr Smartphone insgesamt und speziell für Sprachanrufe pro Tag verwenden. Zudem wurde erhoben, auf welche Weise sie am häufigsten telefonieren. Die Ergebnisse sind laut Bitkom repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland.
Die Zahlen verdeutlichen, wie tiefgreifend sich die Rolle des Smartphones gewandelt hat. Es dient längst nicht mehr vorrangig der Kommunikation im engeren Sinne, sondern fungiert als zentrale Schaltstelle für Navigation, Finanzen, Unterhaltung und soziale Kontakte. Dass die Nutzungsdauer in sämtlichen Altersgruppen weiter zunimmt, lässt vermuten, dass dieser Trend auch in den kommenden Jahren anhalten dürfte – zumal immer mehr Alltagsprozesse auf mobile Anwendungen zugeschnitten werden.




















