Drei Fässer, wenige Schläge, und der Abend gehörte dem Publikum. Ministerpräsidentin Anke Rehlinger eröffnete am Samstag auf dem Homburger Marktplatz die Braunacht-Tour 2026 mit dem ersten Fassanstich – das Bier lief auf Anhieb. Oberbürgermeister Michael Forster und Landrat Frank John zogen nach, und binnen Minuten war der offizielle Teil Geschichte. Bei 24 Grad und Sonnenschein hatten sich schon früh zahlreiche Besucherinnen und Besucher eingefunden, viele davon bekannte Gesichter, man trifft sich, man kennt sich.
Was die Braunacht von anderen Veranstaltungen unterscheidet, ist ihr Prinzip: Es gibt kein festes Zentrum, keinen durchgetakteten Ablauf. Stattdessen entsteht der Tag aus Bewegung. Die Wege zwischen den Ständen wurden schnell enger, Gruppen blieben stehen, zogen weiter, kehrten zurück. Gespräche ergaben sich beiläufig, oft aus der Situation heraus, und genau diese Beiläufigkeit trägt das Format seit Jahren.
Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD), nicht nur als Politikerin nach Homburg gereist, sondern auch in ihrer Funktion als „Botschafterin des deutschen Bieres“, setzte beim offiziellen Fassanstich den ersten Schlag. Homburgs Oberbürgermeister Michael Forster (CDU) legte nach – ebenfalls mit nur einem Schlag. Landrat Frank John (SPD) brauchte zwei, was das Publikum mit wohlwollendem Applaus quittierte. Drei Fässer, vier Schläge insgesamt: ein bemerkenswert effizienter Einstieg in den Abend. Rehlinger nutzte ihren Auftritt für eine Aussage, die im Saarland gut ankam. Weber sei Präsident des Deutschen Brauer-Bundes, und deshalb gelte: „Das Machtzentrum des guten deutschen Bieres ist nirgendwo anders als hier bei uns im Saarland, hier in Homburg – und das können wir doch hier zusammen wunderbar feiern.“ Forster setzte den lokalen Rahmen: „Die Homburger Braunacht ist ein fester Bestandteil unserer Kultur – und sie ist die Eröffnung der Freilichtsaison. Ab jetzt geht es hier in Homburg richtig los.“ Landrat John rückte die Gastwirte in den Mittelpunkt: Ohne die lokale Gastronomie, die die Braunacht in die Nacht hinein weiterträgt, wäre das Konzept nicht das, was es heute ist. Es war ein offizieller Auftakt, der jedoch fließend in das eigentliche Fest überging. Die Wege zwischen den Ständen wurden enger, die Gruppen größer, und die ersten Fachgespräche über den Inhalt der Gläser entstanden fast beiläufig.
Karlsberg-Chef Christian Weber und Geschäftsführer Markus Meyer erinnerten auf der Bühne an den Kern der Veranstaltung: Es geht darum, das Leben zurück in die Gastronomie zu bringen. Unter dem Motto „Kreativität, drei Biere und ein Fest für die Wirte“ soll die Braunacht Menschen dazu animieren, gemeinsam in den lokalen Kneipen zu feiern. Dass dieses Konzept aufgeht, zeigte sich am Abend deutlich. Die Menschen blieben nicht nur auf dem Platz, sondern trugen die Stimmung in die umliegenden Gastronomien weiter. Geschäftsführer Markus Meyer ergänzte den Blick hinter die Kulissen: Das Ausschankteam der Familie Schlosser, das dem Ansturm auf dem Marktplatz souverän standhielt, und die Brauerinnen und Brauer – erkennbar an ihren blauen T-Shirts – seien der Motor des Abends. „Ohne das Team drumherum wäre so ein Event nicht möglich“, betonte Meyer.
Weber ließ sich dabei ein Detail nicht nehmen: „Die Farben der drei Biere sind angelegt an den Beginn der Braunacht. Das war vor zehn Jahren, 2016 – da feierten wir 500 Jahre Reinheitsgebot. Damals gab es ein schwarzes, rotes und goldenes Bier. Diese Farben sind heute zurückgekehrt.“ Ein schöner Bogen über ein Jahrzehnt Braunacht-Geschichte. Geschäftsführer Markus Meyer ergänzte den Blick hinter die Kulissen: Das Ausschankteam der Familie Schlosser und die Brauerinnen und Brauer – erkennbar an ihren blauen T-Shirts – seien der Motor des Abends. „Ohne das Team drumherum wäre so ein Event nicht möglich“, betonte Meyer. Und er erinnerte an das Siegerbier des Vorjahres, das Rosé, das sich seitdem bestens verkauft.
Im Mittelpunkt standen die drei eigens für die Tour entwickelten Spezialitäten. In diesem Jahr ist die Auswahl eine Hommage an das zehnjährige Jubiläum der Braunacht-Idee von 2016: Schwarz, Rot und Gold. Mit der „Nachtschicht“ schickte die Brauerei ein tiefdunkles Bier mit viel Tiefe ins Rennen, während das Kirschbier als fruchtige, mutige Variation in kräftigem Rot optisch und geschmacklich herausstach. Das Trio wurde durch ein naturbelassenes Zwickel komplettiert, das vor allem die Freunde der ursprünglichen Braukunst ansprach. Karlsberg-Chef Christian Weber verwies auf der Bühne darauf, dass die Farbgebung kein Zufall sei: Schwarz, Rot und Gold knüpften an die Anfänge der Braunacht im Jahr 2016 an. Am Ende der Tour entscheidet das Publikum, welches der drei Biere den Sprung ins reguläre Sortiment schafft.
Die eigentliche Dynamik spielte sich dann allerdings nicht auf der Bühne ab, sondern davor. Wer sich über den Marktplatz bewegte, stellte rasch fest: Einen klaren Favoriten gab es diesmal nicht. Die Rückmeldungen fielen durchweg positiv aus, aber selten so unterschiedlich wie in diesem Jahr. Viele hatten bereits nach dem ersten Schluck eine Präferenz – nur eben nicht dieselbe. Am Ausschank wiederholte sich eine Frage wie ein Ritual: „Und, welches ist deins?“ Kurze Diskussionen folgten, oft begleitet von einem Lächeln. Das Kirschbier wurde vielfach als überraschend leicht beschrieben, fast sommerlich. Die „Nachtschicht“ überzeugte jene, die es kräftiger mögen. Und das Zwickel fand seine Anhänger unter denen, die bewusst beim Klassischen blieben.
Gerade diese Unentschiedenheit macht den Auftakt in Homburg bemerkenswert. Sollte sich das Bild an den kommenden Stationen bestätigen, dürfte die finale Abstimmung deutlich enger ausfallen als in den Vorjahren. Das Konzept lebt davon, dass keine Jury entscheidet, sondern die Menschen vor Ort – und die waren sich diesmal alles andere als einig. Nach dem offiziellen Teil verlagerte sich der Abend in die umliegende Gastronomie. Die Gespräche setzten sich fort, die Gruppen wurden kleiner, die Wege länger. Genau das sei von Anfang an die Idee gewesen, wie Geschäftsführer Markus Meyer betonte: Menschen wieder in die Kneipen bringen und den Abend nicht an einem einzigen Ort enden lassen. In Homburg ging dieses Kalkül sichtbar auf.
Mit dem Auftakt ist die Braunacht-Tour 2026 offiziell gestartet. Und Homburg hat die Messlatte hochgelegt. In den kommenden Wochen folgen weitere Stationen in der Region. Die Entscheidung über den Sieger wird am Ende vermutlich eine um Haaresbreite – Homburg hat jedenfalls bewiesen, dass alle drei Sorten das Zeug zum Favoriten haben.



















