Symbolbild

Noch dreieinhalb Monate sind es bis zur Bundestagswahl am 26. September – im politischen Geschäft eine recht kurze Zeitspanne. So sind die Spitzenkandidaten der jeweiligen Bundesparteien bereits auserkoren. Aber wie sieht es eigentlich bei den Direktkandidaten im Bundestagswahlkreis Homburg aus? Wir haben nachgefragt.

Bei einer Bundestagswahl gibt es zwei Stimmen: die Zweitstimme mit der eine Partei gewählt werden kann und die Erststimme. Mit dieser wird der Kandidat bestimmt, der den Wahlkreis in Berlin vertritt. Nicht ganz unwichtig, schließlich kann der direkt gewählte Abgeordnete, je nach Einfluss, Aufmerksamkeit für die Probleme vor Ort schaffen. Und im Zweifelsfall die ein oder andere Finanzspritze an Land ziehen. Der hiesige Bundestagswahlkreis Homburg umfasst dabei den Saarpfalz-Kreis, die Stadt Neunkirchen und die Gemeinde Spiesen-Elversberg im Landkreis Neunkirchen sowie die Städte Sulzbach und Friedrichsthal und die Gemeinde Quierschied aus dem Regionalverband Saarbrücken.

Bei der Bundestagswahl 2017 gab es in diesem Wahlkreis ein äußerst knappes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Markus Uhl (CDU) und Esra Limbacher (SPD), das der CDU-Politiker letztlich mit rund 2% Vorsprung für sich entscheiden konnte. Ob es auch diesmal knapp wird, sei dahingestellt, doch eins steht fest: Beide werden auch in diesem Jahr um das Direktmandat im Wahlkreis Homburg kämpfen.

Denn vergangenes Wochenende wurde der 41-jährige Diplom-Kaufmann Uhl mit 98,4 % von den Vertretern der Ortsverbände zum Direktkandidaten gewählt. Und auch Limbacher hat den ersten Schritt auf dem Weg in den Reichstag bereits gemeistert. Mitte Mai erhielt der 32-jährige Juristen bei einer Delegiertenversammlung 91% der Stimmen. Bei CDU und SPD ist also das Feld bereits bestellt. Bei den anderen im Bundestag vertretenen Parteien sieht das nicht überall so aus.

Lediglich die FDP hat ihren Kandidaten ebenfalls bereits gekürt. Ende April bestimmte eine Wahlkreisvertreterversamlung Ralf Armbrüster zum Direktkandidat. Der 51-Jährige lebt in Blieskastel und führt dort ein Unternehmen mit Schwerpunkt Softwareentwicklung. Außerdem ist er stellvertretender Vorsitzender der FDP Saarpfalz. Seine Themenschwerpunkte sind unter anderem Digitalisierung und Europa.

Bei den anderen Parteien stehen die Kandidaten noch nicht fest. Während bei der Linkspartei laut der Kreisvorsitzenden Saarpfalz, Barbara Spaniol, weder Termin noch Ort der Kür bekannt sind, stehen bei der AfD zumindest diese Rahmenbedingungen bereits fest. Wie der Fraktionsvorsitzende im Homburger Stadtrat, Markus Loew, auf HOMBURG1-Anfrage mitteilt, wird die Wahl am kommenden Samstag, den 12. Juni, in Homburg-Erbach stattfinden.

Dabei könnte die AfD einen prominenten Bewerber im Wahlkreis Homburg ins Feld schicken, denn laut Loew wird der Bundestagsabgeordnete und Spitzenkandidat der saarländischen Landesliste, Dr. Christian Wirth, bei der Wahl antreten. „Weitere Bewerber kann und will ich natürlich nicht ausschließen“, so der Fraktionsvorsitzende im Homburger Stadtrat.

Bei den Grünen dürfte die Entscheidung demgegenüber noch auf sich warten lassen, denn die entscheidende Delegiertenversammlung soll erst nach dem Landesparteitag am 20. Juni stattfinden und ist laut Rainer Keller, dem Kreisvorsitzenden der Grünen Saarpfalz, noch nicht terminiert. „Es gibt parteiintern mehrere Bewerber für das Direktmandat. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir die Entscheidung in einem fairen Prozess herbeiführen.“ Gerade bei den Grünen könnte es also durchaus spannend werden.

 

 

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