Mehr als 50 Millionen Euro fließen in den kommenden Jahren in saarländische Klassenzimmer, Serverräume und Fortbildungsprogramme. Möglich macht das der DigitalPakt 2.0, dem der Ministerrat in Saarbrücken nun zugestimmt hat. Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot setzte ihre Unterschrift sowohl unter die bundesweite Rahmenvereinbarung als auch unter die Verwaltungsvereinbarung für das Saarland – ein bürokratischer Akt mit weitreichenden Folgen für die Schulen im Land.
Neu ist vor allem die Finanzierungslogik. Erstmals tragen Bund und Länder die Kosten zu gleichen Teilen, was den Schulträgern eine deutlich verlässlichere Planung ermöglicht. Insgesamt stellen Bund und Länder fünf Milliarden Euro bereit. Davon kommt im Saarland ein Anteil von deutlich über 50 Millionen Euro an, der in digitale Infrastruktur, Unterrichtsentwicklung und Lehrkräftebildung fließen soll.
Streichert-Clivot betont, dass es bei dem Programm um weit mehr gehe als um neue Geräte. „Kinder und Jugendliche wachsen in einer Welt auf, die von digitalen Technologien und Künstlicher Intelligenz geprägt ist“, erklärte die Ministerin. Es gehe darum, junge Menschen früh zu befähigen, Medien verantwortungsvoll zu nutzen und die digitale Lebenswelt mitzugestalten. Digitalisierung sei heute „eine grundlegende Voraussetzung für gute Bildung, gesellschaftliche Teilhabe und erfolgreiche Bildungswege“.
Die Ministerin verknüpft den Pakt ausdrücklich mit der Frage der Chancengerechtigkeit. Unabhängig von Herkunft oder Wohnort sollen Schülerinnen und Schüler Zugang zu zeitgemäßer Bildung erhalten. „Es geht nicht allein um Technik und Tablets auf dem Tisch, sondern um Chancengerechtigkeit, Zukunftskompetenzen und die Frage, wie gut wir junge Menschen auf ihre Zukunft vorbereiten“, so Streichert-Clivot. Dass Bund und Länder den gemeinsamen Weg fortsetzten, sei „ein wichtiges Signal für unsere Schulen und für die Zukunft der Bildung in Deutschland“.
Der Blick zurück fällt aus Sicht des Ministeriums positiv aus. Bereits der erste DigitalPakt Schule, der von 2019 bis 2024 lief, habe die technische Modernisierung vorangebracht und digitale Lernangebote ausgebaut. Bei der Umsetzung gehört das Saarland bundesweit zu den Spitzenreitern: Die Verausgabungsquote lag beim Basis-DigitalPakt bei 96 Prozent, bei den Zusatzprogrammen sogar bei 99 Prozent. Faktisch wurde also fast jeder zur Verfügung gestellte Euro auch tatsächlich in die Schulen investiert.
Parallel dazu hat das Land eigene Strukturen aufgebaut, an die der neue Pakt anknüpfen kann. Über eine landesweite Medienausleihe werden Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler flächendeckend mit Endgeräten versorgt. Die Online-Schule Saarland fungiert inzwischen als zentrale Lern- und Arbeitsplattform. Hinzu kommen die Schulverwaltungssoftware DESC und der KI-Chatbot AIS.chat, der allen Schulen im Land offensteht.
Der DigitalPakt 2.0 ruht auf drei Säulen: dem weiteren Ausbau der digitalen Bildungsinfrastruktur, der Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie der Lehrkräftebildung. Damit soll der Wandel nicht bei der Hardware enden, sondern auch die pädagogische Praxis erreichen. Ziel von Bund und Ländern ist es, die digitale Transformation des Bildungssystems dauerhaft abzusichern – und Schülerinnen und Schüler auf die Anforderungen einer Arbeits- und Lebenswelt vorzubereiten, in der digitale Kompetenzen längst zur Grundausstattung gehören.

















