Ein Kühlsystem, das ohne Kältemittel, ohne Kompressor und nahezu ohne Bauraum auskommt – mit dieser Idee hat sich der Nachwuchsforscher Ali Suleman, Schüler am Gymnasium am Steinwald in Neunkirchen, beim 61. Bundesfinale von Jugend forscht den begehrten Schaeffler-Sonderpreis gesichert. Überreicht wurde die Auszeichnung am Schaeffler-Stammsitz in Herzogenaurach persönlich von Georg F. W. Schaeffler, Familiengesellschafter und Aufsichtsratsvorsitzender der Schaeffler AG.
Sulemans Projekt trägt den Namen „eC-Pulse“ und zielt auf ein Problem, das mit der wachsenden Bedeutung kleiner Elektrofahrzeuge an Brisanz gewinnt. Sogenannte Microcars, kompakte Stromer für den urbanen Kurzstreckenverkehr, bieten schlicht zu wenig Platz für eine klassische Klimaanlage. Der junge Tüftler hat deshalb einen gänzlich anderen Weg eingeschlagen.
Herzstück seines Prototyps ist ein Modul aus Nickel-Titan-Drähten, das unter dem Fahrersitz verbaut wird. Kleine Motoren dehnen und entspannen diese Drähte im Wechsel und bringen sie abwechselnd mit dem Sitz und einem Kühlkörper in Kontakt. Beim Dehnen geben die Drähte Wärme an den Kühlkörper ab, beim Entlasten kühlen sie ab – und senken so die Temperatur des Sitzes. Eine elegante physikalische Lösung, die ohne die üblichen Komponenten einer Klimaanlage auskommt.
„Das Projekt überzeugt durch technische Tiefe und einen Ansatz ganz ohne Kältemittel oder Kompressor. Damit adressiert es zentrale Herausforderungen kompakter Elektrofahrzeuge wie Bauraum, Gewicht und Energieeffizienz“, würdigte Georg F. W. Schaeffler die Arbeit. Der Sonderpreis richtet sich an besonders innovative und interdisziplinäre Forschungsarbeiten aus den Bereichen Robotik, Elektro- und Maschinenbau sowie Materialwissenschaften.
Für Suleman ist die Trophäe nur ein Teil des Gewinns. Hinzu kommt ein sechswöchiges Praktikum in Herzogenaurach, bei dem ihn erfahrene Mentorinnen und Mentoren des Konzerns begleiten werden. „Gerade Materialentwicklung leistet einen wesentlichen Beitrag, Bewegung über den gesamten Lebenszyklus hinweg effizienter, intelligenter und nachhaltiger zu gestalten“, betonte Schaeffler. „In diesem Bereich entstehen wichtige Impulse für die Zukunft unserer Produkte und Technologien.“
Das Bundesfinale fand vom 28. bis zum 31. Mai 2026 erstmals am Schaeffler-Hauptsitz statt. Mit der Übernahme der Bundespatenschaft für diese Wettbewerbsrunde wollte der fränkische Konzern ein deutliches Signal für Technologie, Innovation und Pioniergeist setzen. Insgesamt 159 der besten Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher Deutschlands waren angereist, um ihre Projekte aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik einer Fachjury zu präsentieren.
Unter dem Leitgedanken „Maximale Perspektive“ bot das Finale den jungen Talenten eine bundesweite Bühne – und einigen, wie Ali Suleman, womöglich auch einen ersten Brückenkopf in die industrielle Forschung. Weitere Informationen zum Wettbewerb finden sich unter www.jugend-forscht.de.






















