Ministerin Petra Berg, Björn Degel (LVGL, Abteilungsleitung „Kataster“ und stellvertretender Amtsleiter) und Jenny Collet (Staatskanzlei, stellvertretende Regierungssprecherin) bei der Vorstellung von „Saarland 3D“, dem digitalen Zwilling für das Saarland. Foto: MUKMAV / Ann-Sophie Ruf

Das Saarland lässt sich ab sofort virtuell erkunden – dreidimensional, interaktiv und frei zugänglich. Umweltministerin Petra Berg hat am 10. März auf der Landespressekonferenz das Projekt „Saarland 3D“ vorgestellt, einen sogenannten Digitalen Zwilling des gesamten Bundeslandes. Hinter dem Begriff verbirgt sich eine detailgetreue virtuelle Nachbildung der realen Landschaft, die sowohl städtische als auch ländliche Räume abbildet und für die Öffentlichkeit nutzbar ist.

„Man kann sich Digitale Zwillinge als eine Art Baukastensystem vorstellen“, erklärte Berg bei der Präsentation. Durch diese Technologie lasse sich ein enormes Potenzial heben, um Planungsprozesse zu beschleunigen, verschiedene Szenarien durchzuspielen und komplexe Informationen anschaulich darzustellen. Das Saarland werde dabei „realitätsnah und interaktiv“ abgebildet, so die Ministerin.

Anzeige

Entwickelt wurde das Projekt vom Landesamt für Vermessung, Geoinformation und Landentwicklung, kurz LVGL, in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium. Als Fundament dient der gesamte Geodatenbestand des LVGL – darunter das Digitale Geländemodell, hochauflösende Luftbilder, dreidimensionale Gebäude- und Bauwerksmodelle sowie klassische Kartenwerke. Eine Besonderheit hebt das Saarland dabei von allen anderen Flächenländern in Deutschland ab: Es ist das erste, das eine klassifizierte Laserscanpunktwolke über seine 3D-Plattform bereitstellt. Für diesen Datensatz wurde die gesamte Geländeoberfläche per Flugzeug mit einem Lasermesssystem systematisch abgetastet.

Die Einsatzmöglichkeiten reichen weit über die reine Visualisierung hinaus. Berg verwies auf den Klimaschutz, wo der Digitale Zwilling bei der Planung und Bewertung von Maßnahmen zur CO₂-Reduktion helfen könne – etwa bei der Förderung von Grünflächen oder der Optimierung von Verkehrsflüssen. Ebenso relevant sei das Thema Katastrophenmanagement: Überflutungsszenarien ließen sich simulieren, Schutzmaßnahmen daraus ableiten. Auch Einsatzkräfte könnten die realitätsnahen Modelle künftig für Lagebeurteilungen und operative Planung heranziehen.

Anzeige

Doch nicht nur Fachleute sollen profitieren. Auch für Bürgerinnen und Bürger biete die Anwendung ganz praktischen Nutzen, betonte die Ministerin. So lasse sich beispielsweise ermitteln, ob eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach überhaupt ausreichend Sonneneinstrahlung erhalten würde – eine Frage, die angesichts der Energiewende für viele Hauseigentümer im Land zunehmend relevant wird.

Finanziert wurde „Saarland 3D“ unter anderem aus dem Digitalisierungsfonds des Landes. Die bisherigen Kosten bezifferte das Ministerium auf rund 50.000 Euro – eine vergleichsweise überschaubare Investition für ein Projekt dieser Tragweite. In den kommenden Jahren soll die Plattform schrittweise ausgebaut werden und sowohl Kommunen als auch Privatpersonen zusätzliche Anwendungsmöglichkeiten eröffnen. Weitere Informationen stellt das LVGL unter www.shop.lvgl.saarland.de bereit.