Wenn es in der St. Ingberter Innenstadt dämmert, wird die Engelbertskirche im Advent zur Leinwand. Vom 1. bis 23. Dezember 2025 verwandelt sich die Fußgängerzone in ein kleines Open-Air-Kino: Die Stadt St. Ingbert und der Verein junger Film e. V. präsentieren erstmals einen digitalen Adventskalender, der ausschließlich aus Beiträgen von Menschen aus der Stadt besteht.
Ausgangspunkt war ein Landesförderprogramm, das den Impuls gab, ein digitales Adventsprojekt mitten in der Innenstadt zu entwickeln. Die Stadt holte früh zahlreiche Partner ins Boot. Vereine, Kitas, Schulen und Initiativen erhielten Infomails mit der Einladung, eigene Clips rund um das Thema Advent zu produzieren. Die Resonanz fiel deutlich größer aus als erwartet, aus der Idee wurde in kurzer Zeit ein umfangreiches Gemeinschaftsprojekt.
Die Aufgabe für alle Beteiligten: kurze Videos drehen, die zur Adventszeit passen und gleichzeitig die Menschen und Gruppen aus St. Ingbert zeigen. So entstand ein vielfältiger Mix aus Beiträgen, der die Besucherinnen und Besucher in der Fußgängerzone im Dezember begleiten wird. Unterstützt wurden die Mitwirkenden vom Team des jungen Film e. V. um Marianna Raffele, das mit Know-how und technischer Erfahrung zur Seite stand. „Die täglichen Vorstellungen in den Abendstunden dauern ca. 20 Minuten. Es wird jeweils ein Intro geben, einen Hauptfilm und einen Abspann. Anschauen lohnt auf jeden Fall, denn es steckt unglaublich viel Herzblut und Engagement in den einzelnen Filmbeiträgen“, resümierte Marianna Raffele das saarlandweit einzigartige Gemeinschaftsprojekt. Als Vorgeschmack steht bereits ein Video auf der Internetseite der Stadt St. Ingbert bereit.
In nur wenigen Wochen arbeiteten St. Ingberterinnen und St. Ingberter in allen Altersgruppen an ihren Kurzfilmen, auch Gewerbetreibende nutzten die Gelegenheit und produzierten Trailer, um sich vorzustellen oder besondere Aktionen zu zeigen. Parallel liefen die organisatorischen Vorbereitungen bis kurz vor dem Starttermin auf Hochtouren, das Programm wurde fortlaufend verfeinert. Offizieller Auftakt ist am Montag, 1. Dezember 2025, um 17 Uhr an der Engelbertskirche unter dem Motto „Türchen auf!“. Dann projiziert das Team des jungen Film die ersten Beiträge mit einem mobilen „Film-Walk-Wagen“ auf die Fassade der Kirche.
Von diesem Tag an werden bis zum 23. Dezember täglich um 17 Uhr und um 19 Uhr verschiedene Video-Produktionen gezeigt, alle aufgenommen von Menschen aus der Stadt. Insgesamt laufen an 22 Tagen 46 Beiträge von 40 Akteuren. Ein wenig Regen soll den Ablauf nicht stören, nur bei sehr schlechtem Wetter ist eine Vorführung im Freien nicht möglich. In diesem Fall steht in der Innenstadt das Festivalbüro des jungen Films kurzfristig als Ausweichort bereit.
Zwei Tage weichen vom regulären Ablauf ab. Am Samstag, 6. Dezember, entfallen aus organisatorischen Gründen die Filmvorführungen an der Alten Kirche. Stattdessen wartet ein anderes Programm: Im Foyer der Stadtbücherei gibt es um 17 Uhr die Möglichkeit, Fotos mit dem Nikolaus zu machen. Am Abend öffnet sich dann der Kinosaal: Als Kooperationspartner zeigt Steffen Becker, Inhaber des Regina-Kinos, um 19 Uhr den Film „Zoomania 2“. Die zweite Ausnahme betrifft den 24. Dezember. An Heiligabend werden die Clips nicht an die Kirchenfassade projiziert, sondern online übertragen, sodass der letzte Beitrag des digitalen Adventskalenders bequem von zuhause aus verfolgt werden kann.
Eine wichtige Rolle spielt auch die Pfarrei Hl. Ingobertus. Pfarrer Daniel Zamilski ermöglichte kurzfristig die Nutzung der Kirchenwand für die Projektionen. Im Gegenzug fließen die Adventstermine der Pfarrei in den digitalen Adventskalender ein und werden ebenfalls vorgestellt. Für die Projektbeteiligten war dieser Schritt ein zentraler Baustein, um das Format mitten in der Innenstadt zu verankern.
Andrea Martin, Projektkoordinatorin Zukunft Handel, zieht bereits vor dem Start eine positive Bilanz: „Es hat uns wirklich erstaunt und riesig gefreut, dass die Idee des digitalen Adventskalenders einen so großen Anklang fand. Wir bedanken uns für das große Engagement aller Beteiligten. Unser ausdrücklicher Dank geht natürlich in erster Linie an das Team junger Film e. V. Ohne deren fachliche Unterstützung wäre das Projekt nicht zu stemmen gewesen“, sagte sie. Gleichzeitig blickt Martin schon weiter nach vorn: Der digitale Adventskalender soll 2026 in eine zweite Runde gehen, die Planungen dafür laufen an.
Ermöglicht wird das Projekt durch eine Förderung des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie im Rahmen des Programms „Der Handel im Saarland – Zukunftskonzept 2030“. Damit verbindet St. Ingbert eine adventliche Aktion in der Fußgängerzone mit einem digitalen Format, das von der Stadtgesellschaft selbst gestaltet wird.
















