Symbolbild

Sieben Tage quer durch das Nachbarland, kostenfrei und klimafreundlich auf der Schiene: Mit einem gemeinsamen Freundschaftspass laden Deutschland und Polen 60.000 junge Erwachsene dazu ein, das jeweils andere Land zu erkunden. Den Anlass für diese ungewöhnliche Geste bildet der 35. Jahrestag des Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrags, der an diesem Dienstag, dem 17. Juni 2026, begangen wird.

Jedes Land stellt 30.000 Pässe bereit. Sie richten sich an Reisende zwischen 18 und 27 Jahren und sind als spezielle Interrail-Variante konzipiert. Wer einen der begehrten Pässe ergattert, kann an sieben frei wählbaren Tagen das Nachbarland mit der Bahn durchqueren. Hinzu kommt eine kostenfreie An- und Rückreise innerhalb des Heimatlandes – ein Detail, das den Pass von klassischen Bahnangeboten deutlich abhebt.

Für Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder ist das Vorhaben mehr als ein logistisches Angebot. „Gerade in diesen schwierigen Zeiten müssen wir die Bedeutung der europäischen Idee unterstreichen und den Nutzen einer engen Zusammenarbeit unserer beiden Länder erlebbar machen“, erklärte er zum Auftakt. Gemeinsam mit seinem polnischen Amtskollegen bringe man die Initiative nun „auf die Schiene“. Der Pass solle jungen Menschen die Chance geben, das jeweils andere Land kennenzulernen und neue Eindrücke mitzunehmen. Zugleich sieht Schnieder darin ein klares Signal für den Klimaschutz, weil Bahnreisen attraktiver werde.

Auf polnischer Seite verweist Infrastrukturminister Dariusz Klimczak auf die symbolische Dimension. Die Aktion falle in das Jubiläumsjahr der Polnischen Staatsbahn, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert. „Diese einzigartige Initiative eröffnet jungen Menschen die Chance, das Nachbarland zu erkunden, nachhaltiges Reisen mit der Bahn zu erleben und neue Kontakte zu knüpfen“, sagte Klimczak. Das Angebot sei eine bewusste Investition in die nächste Generation grenzüberschreitender Begegnungen.

Der organisatorische Rahmen liegt in den Händen der beiden nationalen Bahngesellschaften, die das Vergabeverfahren gemeinsam mit dem europäischen Anbieter Eurail abwickeln. Mitte September fällt der Startschuss für die Bewerbungsphase. Genutzt werden können die Pässe anschließend in einem großzügigen Zeitfenster von November 2026 bis Oktober 2027 – eine Spanne, die saisonale Reisen ebenso erlaubt wie spontane Trips über die Feiertage hinweg.

Mit der Aktion knüpfen Berlin und Warschau an ein Modell an, das bereits zwischen Deutschland und Frankreich erprobt wurde und dort hohe Nachfrage erzeugte. Ob Krakau, Danzig, Breslau oder die Ostseeküste: Die Bandbreite möglicher Ziele ist beträchtlich. Alle weiteren Informationen zu den Teilnahmevoraussetzungen und zum Bewerbungsprozess hat das Bundesverkehrsministerium auf der Seite freundschaftspass.de gebündelt.

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