Foto: Collegium Vocale Blieskastel

Mit seiner diesjährigen Chorreise nach Polen hat das Collegium Vocale Blieskastel einmal mehr seine Rolle als musikalischer Botschafter des Saarpfalz-Kreises unter Beweis gestellt. Ziel war die Stadt Markowa im Osten Polens, zu der der Chor und der Landkreis eine besondere Beziehung pflegen. Das dortige Museum erinnert an die Familie Ulma, die während der deutschen Besatzung im Jahr 1944 erschossen wurde, weil sie acht jüdische Menschen in ihrem Haus versteckte.

Gemeinsam mit Vertretern des Landkreises und der Stadt Markowa gedachten die Sängerinnen und Sänger der Familie Ulma und all jener, die während des Zweiten Weltkriegs ihr Leben riskierten, um Verfolgte zu retten. Mit einer Kranzniederlegung und Liedern in polnischer Sprache verlieh der Chor seiner Verbundenheit Ausdruck. Alle Beteiligten waren sich einig, dass Völkerverständigung nur durch gelebten Austausch und friedliches Miteinander entstehen kann. Zugleich sei es notwendig, die Erinnerung an die Vergangenheit wachzuhalten, um aus ihr zu lernen. Der Saarpfalz-Kreis erinnert seit 2023 mit einer Pflanzung von neun Apfelbäumen im Klostergarten Gräfinthal an die Familie Ulma – ein Projekt, das auf Initiative des damaligen Landrates Dr. Theophil Gallo entstand und bereits damals musikalisch vom Collegium begleitet wurde.

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Nach den bewegenden Momenten in Markowa gab der Chor in der vollbesetzten Kirche des Ortes ein Konzert, das großen Zuspruch fand. Besonders die polnischen Lieder berührten das Publikum und sorgten für stehende Ovationen. Der Besuch des jüdischen Viertels in Krakau mit seiner bewegten Geschichte und der Besuch des dortigen Ghettos führten den Sängerinnen und Sängern eindrucksvoll vor Augen, welche Spuren die NS-Zeit auch heute noch hinterlässt.

Neben den ernsten Eindrücken bot die Reise viele kulturelle Erlebnisse. Krakau mit seinem historischen Marktplatz, der Marienkirche und dem Schloss Wawel beeindruckte mit architektonischer Pracht und lebendiger Atmosphäre. Ein Ausflug in die Hohe Tatra sowie die Mitgestaltung eines Sonntagsgottesdienstes in der Krakauer Herz-Jesu-Kirche mit einer Haydnmesse schufen Momente der Freude und des Zusammenhalts, die allen lange in Erinnerung bleiben werden.

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Begleitet wurde das Collegium Vocale Blieskastel von der Europabeauftragten des Saarpfalz-Kreises, Dr. Violetta Frys, die als Dolmetscherin und Ansprechpartnerin vor Ort unterstützte. Sie zeigte sich beeindruckt vom hohen musikalischen Niveau des Chores und dessen Beitrag zur europäischen Verständigung. Die Reise habe, so ihr Fazit, eindrucksvoll gezeigt, wie Musik Grenzen überwinden und Menschen verbinden kann.