Markus Uhl, CDU - Bild: Stephan Bonaventura

Vor vier Jahren war er der strahlende Sieger im Bundestagswahlkreis: Markus Uhl. Mit 33,6% der Stimmen zog er in den Bundestag ein und sitzt seitdem im prestigeträchtigen Haushaltsausschuss. Uhl hat mit HOMBURG1 unter anderem darüber gesprochen, was man in der Hauptstadt als einzelner Abgeordneter bewegen kann und wie er mit dem Umwälzungen in der Zuliefererindustrie umgehen will.

Es gibt eine Sache, die Markus Uhl spürbar wichtig ist: Kommunikation. Das fällt schon auf dem Weg zum Interviewtermin auf. Uhl erzählt lachend über Kindheitserinnerungen, seine Hobbys, aber natürlich auch über Politik. Klar, schließlich ist er seit vier Jahren Bundestagsabgeordneter in Berlin und sitzt dort im wichtigen Haushaltsausschuss „Wenn man neu ist im Bundestag, muss man erstmal diese riesige Maschinerie verstehen“, verrät der 41-Jährige. „Der Schlüssel ist, dass man begreift, wie die Abläufe sind, wie die Ausschussarbeit funktioniert, wo man Einflussmöglichkeiten hat, wo aber auch die wirklich wichtigen Ansprechpartner sind.“

Es geht wohl nicht zuletzt darum, dass Gespräch zu suchen. Etwas, das ihn nicht zuletzt in die Politik gebracht hat. „Auslöser war damals der Politikunterricht in der Schule. Da habe ich zu denjenigen gehört, die auch gerne mit dem Lehrer diskutiert haben“, erzählt der CDU-Mann. Aber irgendwann sei der Moment gekommen, wo er habe anpacken wollen. War dieser Ansatz damals noch auf die Kommunalpolitik bezogen, so ist es heute die große Politik in Berlin, die Uhl zu bewegen versucht. Als einzelner Abgeordneter vermutlich nicht immer ganz einfach. Zumindest lässt sich das aus seinen Worten schließen. „Man muss eben schauen, dass man Leute von seinen Ideen überzeugt und für seine Sache gewinnt. Das beginnt in internen Sitzungen und geht dann bis zu den Ausschusssitzungen.“

Eine dieser Ideen: Technologieoffenheit in der Autoproduktion, von der gerade in unserer Region tausende Arbeitsplätze abhängen. So plädiert der Diplomkaufmann nicht nur für die Förderung von wasserstoffbasierten Antrieben, sondern eben auch dafür, den Verbrennungsmotor nicht frühzeitig abzuschreiben. Dieser sei per se nicht schlecht. „Schließlich ist er effizient und man kann ihn mit Kraftstoffen aus erneuerbaren Energien auch klimaneutral betreiben.“ Insgesamt sieht Uhl beim Thema Klimaschutz nicht nur die Industrie am Zug, sondern vor allem auch die Politik. „Es gilt hier, mit entsprechenden Förderprogrammen dafür zu sorgen, dass die Transformation zur Klimaneutralität gelingt.“ Doch Uhl möchte die Unternehmen nicht nur mit Geld unterstützen, sondern auch mit einem Abbau der Bürokratie und mehr Digitalisierung.

Und diese ist für Uhl nicht nur in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung wichtig. Auch bei der Inneren Sicherheit spiele die Digitalisierung eine wichtige Rolle. Unter anderem im Bereich Cybercrime. „Da müssen wir in Zukunft einfach besser aufgestellt sein.“ Während der CDU-Politiker also im Netz noch Handlungsbedarf sieht, so sieht er im öffentlichen Raum durch den vor einigen Jahren von Bund und Ländern beschlossenen „Pakt für den Rechtsstaat“ wichtige Weichen gestellt. „Ab Ende des Jahres kommen nach und nach mehr Bundespolizisten auf die Straße. Das bedeutet eine erhebliche Verbesserung in der subjektiven Sicherheit für die Bürger.“

Bundespolizisten sind nicht zuletzt für den Zoll und Grenzkontrollen zuständig. Stichwort Flüchtlings- und Migrationspolitik. Hier findet Uhl in Bezug auf einen möglichen Flüchtlingszuzug aus Afghanistan klare Worte. „Ich glaube, es ist unsere moralische Pflicht, dass wir denjenigen in Deutschland eine Heimat bieten, die uns dort geholfen haben. Aber wir können hier nicht die Probleme der gesamten Welt lösen.“ 2015 dürfe sich nicht wiederholen. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht falsche Anreize setzen und letztlich zu einer auch bürokratischen Überforderungssituation dieses Staates kommen.“

Gefühlt bestand eine solche bei einem anderes Ereignis: Der Flutkatastrophe im Rheinland vor einigen Wochen, die viele Menschen das Leben kostete. Einer der Gründe für diese Tragödie ist für Uhl das Fehlen einer Warn-SMS, die nun endlich kommen müsse. Aber in erster Linie sieht der CDU-Mann beim Katastrophenschutz Probleme in den Strukturen. „Beim Zusammenspiel zwischen den einzelnen Stellen kann man einiges verbessern. Hier brauchen wir mehr Prozesse und Abstimmung.“ Da ist er wieder: Der Wille zur Kommunikation, der Uhl seit Beginn seiner politischen Sozialisation prägt. Und der für ihn wohl ebenso in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird. Erst recht, wenn er auch am 26. September wieder der strahlende Sieger ist und weitere vier Jahre im Bundestag absolvieren darf.

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