Die Bilder brennender Wälder aus Frankreich und Spanien sollten aus Sicht der saarländischen CDU als Weckruf verstanden werden. Alwin Theobald, stellvertretender Vorsitzender und umweltpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag des Saarlandes, fordert die Bundesregierung auf, die Transportflugzeuge vom Typ A400M der Bundeswehr auch für den Katastrophenschutz einsatzbereit zu machen. Zugleich soll der Bund die Beschaffung sogenannter modularer Löschsysteme prüfen.
Für Theobald ist die Entwicklung eindeutig: Extreme Vegetationsbrände dürften in Europa künftig häufiger und heftiger auftreten. „Deutschland muss sich auf solche Lagen besser vorbereiten“, mahnt der Politiker. Vorausschauender Bevölkerungsschutz bedeute, bestehende Fähigkeiten weiterzuentwickeln, statt erst dann zu reagieren, wenn die Katastrophe längst da ist.
Ein Blick über die Grenze liefert dabei das entscheidende Argument. Frankreich testet derzeit ein modulares Löschsystem, das sich in den A400M integrieren lässt. Der Vorteil: Militärische Transportmaschinen könnten so im Notfall zu fliegenden Löschhelfern werden, ohne dass dafür dauerhafte Umbauten nötig wären. Diese Erprobung, so Theobald, solle Deutschland aufmerksam verfolgen.
Hierzulande wäre die Grundlage bereits vorhanden. Die Bundeswehr verfügt über 53 Flugzeuge des Typs A400M. Sobald die Entwicklung und Zertifizierung der Löschmodule abgeschlossen seien, könne der Bund entsprechende Systeme beschaffen. Auf diese Weise ließe sich die Bekämpfung großflächiger Waldbrände deutlich stärken, ohne dass eine eigene, teure Flotte spezieller Löschflugzeuge aufgebaut werden müsste.
Einem Missverständnis tritt Theobald ausdrücklich entgegen. Weder klassische Löschflugzeuge noch die Feuerwehren sollten ersetzt werden. „Sie bleiben das Rückgrat der Waldbrandbekämpfung“, betont er. Bei außergewöhnlichen Großschadenslagen könne jedoch jede zusätzliche Luftlöschkapazität den Unterschied machen – um Menschenleben zu schützen, Einsatzkräfte zu entlasten und Schäden an Natur, Infrastruktur und Siedlungen zu begrenzen.
Deshalb plädiert der CDU-Politiker dafür, schon jetzt ein gemeinsames Konzept zu erarbeiten. Bund, Bundeswehr, Länder und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sollten dabei an einem Tisch sitzen und klären, wie sich solche Fähigkeiten in den Bevölkerungsschutz einbinden lassen. Wer erst mit der Planung beginne, wenn der nächste Großbrand ausbreche, handle zu spät.
Naturkatastrophen kennen keine Landesgrenzen – dieser Gedanke bildet den Kern von Theobalds Argumentation. Deutschland müsse seine eigenen Fähigkeiten ausbauen und zugleich zu einem leistungsfähigen europäischen Katastrophenschutz beitragen. Moderne Sicherheitspolitik heiße heute auch, die Gesellschaft widerstandsfähiger gegen Naturkatastrophen zu machen. Die A400M biete dafür eine zusätzliche Option, deren Nutzung nun ernsthaft geprüft werden sollte.





















Die aktuellen A400M-Einsätze gegen die Waldbrände in Frankreich zeigen: Europa besitzt bereits eine Plattform, aus der eine gemeinsame Fähigkeit entstehen kann.
Mein Vorschlag: Aufbau einer europäischen A400M-Feuerlöschstaffel mit 7 Flugzeugen, stationiert in Wunstorf, Niedersachsen.Geflogen von freiwilligen Besatzungen aller A400M\-Nationen, die gemeinsam ausgebildet werden und europaweit auf Anforderung zum Einsatz kommen.
Die Löschmodule könnten in Wunstorf vorgehalten und weiterentwickelt werden. Verlade, und Integrationstests würden am Airbus-Testzentrum CH0 in Bremen erfolgen. Eine mögliche zweite Tranche der A400M könnte diese Fähigkeit bereits konstruktiv berücksichtigen.
Europa verfügt über die Flugzeuge, das Know-how und die Infrastruktur. Jetzt gilt es, daraus eine dauerhafte europäische Fähigkeit für den Katastrophenschutz zu entwickeln.
Ein Whitepaper dazu ist in Arbeit.