Symbolbild
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Fast alle Kinder in Deutschland können in die Pedale treten – doch das allein reicht nicht, um sicher durch den Straßenverkehr zu kommen. Zwar beherrschen laut einer neuen Umfrage der ADAC Stiftung 96 Prozent der Vier- bis Zwölfjährigen das Radfahren an sich. Bei den entscheidenden Fähigkeiten aber hakt es: Vier von zehn Kindern zwischen sieben und neun Jahren können keinen Schulterblick, fahren nicht sicher einhändig und geben keine eindeutigen Handzeichen.

Damit fehlen vielen Mädchen und Jungen genau jene Techniken, die im Alltag über Sicherheit oder Gefahr entscheiden. Beim Anfahren, Abbiegen oder an einer Kreuzung müssen sie mehrere Aufgaben gleichzeitig meistern. Sie müssen das Gleichgewicht halten, den Verkehr im Blick behalten, ihre Richtung anzeigen und die Regeln einhalten – ein Zusammenspiel, das Übung braucht.

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Auffällig ist, dass die Defizite selbst bei älteren Kindern nicht verschwinden. Bei den Zehn- bis Zwölfjährigen, die die schulische Radfahrausbildung in der Regel längst hinter sich haben, fehlen diese Kernkompetenzen noch immer bei mehr als 20 Prozent. Aus Sicht der befragten Eltern sollten Kinder spätestens am Ende der dritten Klasse sicher im Sattel sitzen.

Wo die Verantwortung liegt, sehen die Eltern klar bei sich selbst. Mehr als die Hälfte, genau 52 Prozent, fühlt sich zuerst in der Pflicht, dem Nachwuchs sicheres Verhalten im Verkehr beizubringen. Weitere 36 Prozent teilen diese Aufgabe mit der Schule, nur rund zehn Prozent schieben sie in erster Linie den Bildungseinrichtungen zu. Die schulische Radfahrausbildung selbst bekommt dabei überwiegend gute Noten: 83 Prozent der Eltern halten sie für hilfreich.

„Radfahren ist für Kinder mehr als Fortbewegung. Es ist ein Stück Selbstständigkeit und eine wichtige Etappe auf dem Weg, sich sicher in der eigenen Umgebung zu bewegen. Dafür brauchen Kinder Übung und Vorbilder, und die finden sie zuerst bei den eigenen Eltern“, sagt Christina Tillmann, Vorständin der ADAC Stiftung. Statt die Kinder im Elterntaxi zur Schule zu fahren, rät sie, die Sommerferien fürs gemeinsame Training zu nutzen. Wer jetzt Zeit auf dem Rad verbringe, mache sein Kind fit für den Schulweg und alle weiteren Strecken.

Dass der Übungsbedarf real ist, zeigt schon eine frühere Erhebung unter Lehrkräften vom Mai. Demnach leiden 47 Prozent der Kinder aus Sicht der Pädagogen unter erheblichen Aufmerksamkeitsdefiziten im Verkehr, 36 Prozent reagieren in entscheidenden Momenten nicht richtig. Die Unfallstatistik untermauert die Sorge: 2025 starben in Deutschland 74 Kinder unter 15 Jahren bei Verkehrsunfällen, 13 von ihnen auf dem Fahrrad. Rund 29.200 Kinder wurden verletzt – im Schnitt kam damit alle 18 Minuten ein Kind zu Schaden.

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Besonders gefährlich wird es ausgerechnet auf dem Schulweg. Ältere Kinder verunglücken nach Auswertung des Statistischen Bundesamts häufig werktags zwischen 7 und 8 Uhr. Genau hier setzt eine bundesweite Schulstartkampagne der ADAC Stiftung an, die sich zum Beginn des neuen Schuljahres an Familien, Lehrkräfte und alle Verkehrsteilnehmer im Umfeld von Schulen richtet. Kostenlose Materialien und Lösungsvorschläge stehen dazu online unter stiftung.adac.de/schulstart bereit.

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