Foto: FC 08 Homburg
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Sechs Punkte aus drei Spielen, dazu der überzeugende Auswärtssieg beim SV Sandhausen: Der Start des FC 08 Homburg in die neue Regionalliga-Saison kann sich sehen lassen. Am Samstag wartet nun die nächste anspruchsvolle Aufgabe. Um 14 Uhr kommen die Stuttgarter Kickers ins Waldstadion – ungeschlagen, mit sieben Punkten und bislang neun erzielten Treffern. Für den FCH bietet das Traditionsduell vor allem die Chance, den starken Auftritt vom vergangenen Wochenende vor eigenem Publikum zu bestätigen.

Nach drei Spieltagen sind Tabellenplätze noch mit Vorsicht zu genießen. Homburg steht mit sechs Punkten auf Rang vier, die Kickers liegen mit sieben Zählern unmittelbar davor. Von einem richtungsweisenden Spiel oder einem Duell um die Spitzenplätze zu sprechen, wäre Ende August reichlich früh. Dafür ist die Regionalliga Südwest zu ausgeglichen und die Saison noch viel zu jung.

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Trotzdem hat die Partie ihren Reiz. Denn während die Stuttgarter in ihren ersten drei Begegnungen bereits eine recht klare Handschrift erkennen ließen, zeigte der FCH bislang unterschiedliche Gesichter. Gegen Mainz stimmten Einsatz und Wille, in Freiberg folgte ein schwacher Auftritt, anschließend zeigte die Mannschaft von Roland Seitz beim 3:1 in Sandhausen eine starke Reaktion. Welches Niveau die neu zusammengestellte Mannschaft dauerhaft erreichen kann, lässt sich deshalb weiterhin nur schwer einschätzen.

Seitz war mit der Antwort am Hardtwald entsprechend zufrieden. „Das Ergebnis und die Art und Weise des Spiels waren sehr, sehr gut“, sagt der FCH-Trainer. Dass seine Mannschaft nach dem enttäuschenden Nachmittag in Freiberg bei einem der Topfavoriten der Liga eine solche Reaktion gezeigt habe, sei „nicht selbstverständlich“ gewesen.

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Nun geht es darum, daran anzuknüpfen. Und einfach dürfte das nicht werden. Die Stuttgarter Kickers sind unter ihrem neuen Trainer Holger Bachthaler stark in die Runde gekommen. Zum Auftakt schlugen die Blauen Drittliga-Absteiger SSV Ulm mit 4:2, anschließend folgte ein 3:2 gegen Eintracht Frankfurt II. Beim 2:2 gegen den SC Freiburg II gab es am vergangenen Wochenende erstmals keinen Sieg.

Neun Treffer aus diesen drei Partien sind aktuell Ligabestwert und zeigen, wo eine der großen Stärken der Schwaben liegt. Nach Ballgewinnen geht es schnell nach vorne, in der Offensive verfügt Bachthaler über verschiedene Optionen. Gleichzeitig sind sechs Gegentore ebenfalls auffällig. Die Kickers sind bislang also nicht nur für Tore gut, sie bieten ihren Gegnern auch Möglichkeiten.

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Genau dort setzt Seitz an. „Wir wissen bei einem Torverhältnis von 9:6, auf was wir achten müssen, dass sie in der Offensive sehr, sehr gut sind“, sagt der 61-Jährige. Auf der anderen Seite hätten die Stuttgarter eben auch schon sechs Gegentreffer kassiert. „Das heißt, auch da sollen wir unsere Stärken ausspielen, wenn die Defensive ein bisschen Probleme hat.“

Ein abwartender Homburger Auftritt wäre deshalb überraschend. Der FCH hat in Sandhausen gezeigt, dass er mit Tempo nach vorne spielen und sich gegen individuell starke Gegner Chancen erarbeiten kann. Gerade im eigenen Waldstadion dürfte die Mannschaft versuchen, diese Qualitäten wieder auf den Platz zu bringen. Seitz erwartet von seinem Team, „dass wir ähnlich auftreten wie am Samstag“, defensiv konsequent arbeiten und die eigenen Möglichkeiten diesmal auch nutzen.

Denn gerade die Chancenverwertung war trotz des 3:1 am Hardtwald nicht optimal. Homburg hätte die Partie dort wesentlich früher entscheiden können. Gegen die Kickers könnte sich ein solches Auslassen guter Möglichkeiten rächen. Dafür besitzt die Stuttgarter Offensive zu viel Qualität.

Personell entspannt sich die Situation zumindest etwas. Birkan Çelik hat seine Sperre nach der Gelb-Roten Karte in Freiberg abgesessen und steht wieder zur Verfügung. Auch Julian Günther-Schmidt und Marc Ehrhart kehren nach ihren Blessuren in den Kader zurück. Damit bekommt Seitz offensiv wieder deutlich mehr Möglichkeiten.

Ausfallen werden dagegen weiterhin Nico Jörg und Jacob Roden. Roden fehlt nach seinem Syndesmosebandriss noch mehrere Wochen, Jörg hat zuletzt immerhin wieder das Mannschaftstraining aufgenommen. Hinzu kommt Michael Guthörl, der in Sandhausen früh verletzt ausgewechselt werden musste und wegen muskulärer Probleme nicht zur Verfügung steht. „Wir wissen, dass wir einen sehr, sehr kleinen Kader haben“, weist Seitz auf die weiterhin angespannte Situation hin. Gerade offensiv sei die Personaldecke zuletzt „sehr, sehr dünn“ gewesen.

Große Veränderungen in der Startelf sind dennoch nicht zwingend zu erwarten. In Sandhausen funktionierte die Grundordnung, auch der Defensivverbund stand über weite Strecken stabil. Für Guthörl bietet sich mit dem zurückkehrenden Çelik eine naheliegende Alternative. Darüber hinaus hat Seitz durch Günther-Schmidt und Ehrhart zumindest wieder mehr Möglichkeiten von der Bank.

Auch historisch bringt die Partie einiges mit. Homburg und die Stuttgarter Kickers standen sich über Jahrzehnte in verschiedenen Wettbewerben gegenüber – von der 2. Bundesliga über den DFB-Pokal bis zur Regionalliga. In der vergangenen Saison gewann jeweils die Heimmannschaft: Der FCH setzte sich im Waldstadion mit 2:1 durch, auf der Waldau siegten die Kickers im Mai mit 2:0.

Ein Sieg würde nicht nur den guten Start mit dann neun Punkten aus vier Spielen unterstreichen. Vor allem könnte der FCH vor eigenem Publikum Eigenwerbung betreiben. Das dürfte nicht ganz unwichtig sein. Mit dem Beginn der Bundesliga und zahlreichen weiteren Fußballangeboten konkurriert auch der Regionalligist um Aufmerksamkeit. Ein Traditionsduell gegen die Stuttgarter Kickers bietet dabei eigentlich genügend Argumente für einen Besuch im Waldstadion. Zumal die Gäste traditionell von einer größeren Zahl eigener Anhänger begleitet werden und auch auf den Rängen für Präsenz sorgen dürften.

Seitz hofft deshalb ausdrücklich auf Rückhalt. „Ich hoffe natürlich, dass auch viele Fans ins Stadion kommen und uns unterstützen nach dem Sieg in Sandhausen, dass wir den zweiten Heimsieg einfahren können.“ Für den FCH wäre genau das die nächste Gelegenheit, die Verbindung zwischen Mannschaft und Publikum weiter wachsen zu lassen. Nach Mainz und Sandhausen ist bereits zu erkennen, dass Einsatz und ein mutiger Auftritt von den eigenen Anhängern honoriert werden. Am Samstag braucht es davon erneut möglichst viel – denn mit den Kickers kommt eine Mannschaft ins Waldstadion, die bislang gezeigt hat, wie schnell sie Spiele offensiv an sich reißen kann.

Nach drei Spieltagen muss noch niemand wissen, wohin die Reise geht. Neun Punkte nach vier Spielen und ein überzeugender Auftritt gegen einen traditionsreichen Konkurrenten wären allerdings ein ziemlich ordentliches Argument dafür, am folgenden Heimspiel wiederzukommen.

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