Foto: Chris Ehrlich

Wie ein Campingplatz zum ökologischen Vorreiter werden kann, zeigt sich im Königsbruch bei Homburg. Dort hat Betreiber Steven Enkler in den vergangenen Jahren konsequent auf mehr Nachhaltigkeit gesetzt – nicht nur aus Überzeugung, sondern auch aus wirtschaftlicher Weitsicht. Beim Besuch der Homburger Grünen präsentierte er jetzt, was möglich ist, wenn Umweltschutz keine Nebensache bleibt.

„Früher war das hier klassisch durchgestylt: knapp gemähter Rasen, Thujahecken, viel Versiegelung“, sagte Enkler beim Rundgang. Heute bestimmen Blühflächen, naturnahe Uferzonen, Vogelnistkästen und eine Brutstätte für den Eisvogel das Bild. Selbst eine Eidechsenmauer gehört inzwischen dazu. Beleuchtung und Energieverbrauch wurden auf das Nötigste reduziert – mithilfe von LED-Leuchten mit Bewegungsmeldern und eigener Photovoltaik. Seit 2016 sank der Dieselverbrauch um rund 75 Prozent. „Ohne Natur kein zukunftsfähiger Campingplatz. Also mussten wir umdenken“, so Enkler.

Mitgebracht hatte er auch ein Zitat aus Berlin: „Nur skrupellose Unternehmen zerstören heute noch die Natur.“ Und fügte hinzu: „Das stimmt so leider nicht – viele kleine Betriebe tun das täglich, ohne es zu merken.“ Dass es auch anders geht, zeigt nicht nur die Technik vor Ort: Ein leiser, emissionsfreier Elektrobagger erleichtert inzwischen die Arbeit auf dem Platz – und schützt gleichzeitig Mitarbeitende vor Lärm und Abgasen. Langfristig will Enkler den Betrieb klimaneutral oder sogar klimapositiv ausrichten.

Archivbild Campingplatz Königsbruch – Foto: Friedel Simon

Für Katrin Lauer, Sprecherin der Homburger Grünen, ist der Platz ein Beispiel mit Signalwirkung: „Diese Initiative zeigt, dass Tourismus und Ökologie sehr gut zusammenpassen. Ein solches Unternehmenskonzept trägt direkt zum Schutz der lokalen Artenvielfalt bei.“

Ein weiteres Thema beim Besuch war die geplante Ausweitung der Grundwasserentnahme durch den Wasserzweckverband Ost. Gemeinsam sprachen sich die Grünen und Enkler gegen eine Erhöhung der Fördermenge aus dem Königsbruch aus – zugunsten des angrenzenden Moorgebiets. „Wir kämpfen für die Wiedervernässung des Königsbruch, der größten Moorfläche des Saarlandes, als kostengünstige und effiziente Klimaschutzmaßnahme“, erklärte Andreas Filler, Sprecher der Moorschutzgemeinschaft. Die Talsperre Nonnweiler müsse als alternative Wasserquelle geprüft werden.

  • Zum Abschluss betonte Steven Enkler, dass Biodiversität für Unternehmen nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich immer relevanter werde: „Ab 2026 müssen Banken bei der Kreditvergabe Nachhaltigkeitsaspekte bewerten – wer sich mit diesen Themen nicht beschäftigt, wird Nachteile haben.“
Der Campingplatz Königsbruch lässt mit seiner einmaligen Lage Urlaubsträume wahr werden
Foto: Steven Enkler
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