
Die Nachfrage nach großen Solarprojekten in Deutschland zieht wieder deutlich an. Für den Ausschreibungstermin am 1. Dezember 2025 hat die Bundesnetzagentur so viele Gebote für Photovoltaik-Freiflächenanlagen erhalten wie seit einiger Zeit nicht mehr – und spricht von einer Verdopplung im Vergleich zur vorherigen Runde.
Gegenstand der aktuellen Ausschreibung waren PV-Freiflächenanlagen sowie Solaranlagen auf baulichen Anlagen, die weder Gebäude noch Lärmschutzwände sind. „Nach zwei Ausschreibungen mit einer rückläufigen Anzahl an Geboten wurden in dieser Runde mehr als doppelt so viele Gebote wie in der Vorrunde eingereicht. Die hohe Beteiligung zeigt, dass die Rahmenbedingungen in den Ausschreibungen attraktiv sind“, sagte Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur. Die Behörde hat nun die erfolgreichen Gebote veröffentlicht.
Die Runde zum Gebotstermin 1. Dezember 2025 war deutlich überzeichnet. Ausgeschrieben waren 2.328 Megawatt (MW) Leistung. Eingereicht wurden 634 Gebote mit einem Gesamtvolumen von 5.247 MW. Am Ende erhielten 262 Gebote mit zusammen 2.341 MW einen Zuschlag. 61 Gebote wurden vom Verfahren ausgeschlossen. Damit lag die zugesagte Leistung knapp über der ursprünglich vorgesehenen Menge.
Auch bei den Preisen zeigt sich eine leichte Bewegung. Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte reichen von 4,40 ct/kWh bis 5,30 ct/kWh. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert liegt bei 5,00 ct/kWh und damit etwas höher als in der Vorrunde, in der im Schnitt 4,84 ct/kWh erzielt wurden. Die Ergebnisse geben einen Hinweis darauf, zu welchen Konditionen derzeit große Solarprojekte wirtschaftlich geplant werden.
Regional bleibt das Bild weitgehend vertraut. Das mit Abstand größte Zuschlagsvolumen entfiel wie schon in früheren Runden auf Projekte in Bayern: 901 MW und 112 Zuschläge gingen in den Freistaat. Dahinter folgen Standorte in Sachsen-Anhalt mit 282 MW und 24 Zuschlägen sowie Brandenburg mit 216 MW und 16 Zuschlägen. Damit konzentriert sich ein erheblicher Teil der neuen Solarleistung erneut auf diese drei Bundesländer.
Besonders gefragt waren Flächen entlang von Verkehrswegen. Die meisten Zuschläge gingen an Projekte, die auf Randstreifen an Autobahnen oder Schienenwegen geplant sind. In diesem Segment vergab die Bundesnetzagentur 125 Zuschläge mit insgesamt 1.150 MW. Das zweithöchste Zuschlagsvolumen entfällt mit 874 MW auf 88 Projekte auf Acker- oder Grünlandflächen in benachteiligten Gebieten, die für die Landwirtschaft nur eingeschränkt nutzbar sind und sich daher besonders für Photovoltaikanlagen eignen.
Eine weitere Rolle spielen sogenannte besondere Solaranlagen. In dieser Kategorie wurden 30 Zuschläge erteilt, die zusammen 204 MW umfassen und damit fast 9 % des eingereichten Gebotsvolumens ausmachen. Bei diesen Projekten wird dieselbe Fläche nicht nur für die Stromerzeugung, sondern gleichzeitig für einen weiteren Zweck genutzt, etwa für landwirtschaftliche Produktion. Die Bundesnetzagentur stellt zu dem Gebotstermin weitere Informationen online bereit und kündigt an, dass die nächste Ausschreibungsrunde für Solaranlagen des ersten Segments am 1. März 2026 stattfinden wird.




















