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Der Ortsrat von Homburg-Erbach hat sich in einer gemeinsamen Erklärung klar gegen den angekündigten Stellenabbau beim Bosch-Werk in Erbach ausgesprochen. Die Mitglieder des Gremiums erklärten ihre Solidarität mit den Beschäftigten und kündigten an, gemeinsam mit ihnen um jeden Arbeitsplatz zu kämpfen. Die Stellungnahme wurde einstimmig beschlossen und mit dem Betriebsrat des Unternehmens abgestimmt.

Erbach, mit rund 13.000 Einwohnern größter Stadtteil Homburgs und Herzstück des Wirtschaftsstandorts Saarpfalz, sei von der aktuellen Entwicklung besonders betroffen. Nach Auswertung von Medienberichten seien in den vergangenen Jahren bereits mehr als 6.000 Arbeitsplätze in den Erbacher Industrieunternehmen verloren gegangen. Nun drohe mit dem geplanten Abbau weiterer 1.250 Stellen und der Schließung des Werksteils Bosch West ein weiterer schwerer Schlag. „An den Erbacher Industriearbeitsplätzen hängt ein Großteil unseres Wohlstands. Der massive Arbeitsplatzabbau gefährdet nicht nur die Beschäftigten, sondern auch Zulieferer, Dienstleister und Handwerksbetriebe“, heißt es in der Erklärung.

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Der Ortsrat fordert daher Landes-, Bundes- und Europapolitik auf, die Region stärker in den Blick zu nehmen und konkrete Maßnahmen zu entwickeln. Als ehrenamtlich tätige Kommunalpolitiker könne man die Situation allein nicht bewältigen. Notwendig seien Initiativen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Industrie sowie neue Ansiedlungen mit hochwertigen Arbeitsplätzen. Auch die Diversifizierung der Wirtschaftsstruktur und der offensive Umgang mit aufgegebenen Industrieflächen stünden im Fokus. „Wir als Ortsrat stehen hinter den Erbacher Betrieben und ihren Mitarbeitern“, betonen die Mitglieder.

Die Erklärung folgt auf die jüngste Ankündigung des Bosch-Konzerns, bis 2030 rund 13.000 Stellen im Bereich Mobility abzubauen. Besonders stark betroffen ist der Standort Homburg. Bosch begründet die Maßnahme mit sinkenden Dieselaufträgen und der stagnierenden Wasserstoffproduktion. IG-Metall-Vertreter kritisieren die Entscheidung als kurzsichtig und werfen dem Unternehmen eine „Profitmaximierung ohne Zukunftsperspektive“ vor. Sie fordern verbindliche Zusagen für Investitionen und eine Standortgarantie.

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Auch Stadt und Land reagierten betroffen. Wirtschaftsminister Jürgen Barke sprach von einem „schlimmen Tag für das Saarland“, Oberbürgermeister Michael Forster nannte den geplanten Stellenabbau „einen harten Schlag für Homburg“. Er kündigte an, alle verfügbaren Kanäle zu nutzen, um auf den Konzern einzuwirken, und betonte, die Stadt werde „die Stimme Homburgs hörbar machen“. In den kommenden Wochen soll eine Betriebsversammlung über den Stand der Planungen informieren.