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Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich der Informatik und digitale Medienkompetenz gehören zu den Schlüsselqualifikationen in der digitalisierten Welt – damit werden sie für Kinder und Jugendliche immer wichtiger. Beim „2. Tag der digitalen Bildung im Saarland“ hat Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot deshalb angekündigt, Informatik als eigenständiges Schulfach ab Klassenstufe 7 an den Gemeinschaftsschulen und Gymnasien einführen zu wollen.

„Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer immer stärker digitalisierten Welt auf. Der Umgang mit digitaler Technik und digitalen Medien gehört ganz selbstverständlich zu ihrer Lebensrealität. Diese Lebensrealität müssen wir in unseren Schulen abbilden, damit alle Kinder und Jugendliche die Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben, die notwendig sind, um sich gut und sicher im digitalen Raum bewegen und digitale Technik zielgerichtet einsetzen zu können. In der Zukunft wird es kaum noch Lebens- und Arbeitsbereiche geben, in denen digitale Technik keine Rolle spielt, Informatik muss also Allgemeinbildung werden. Deshalb wollen wir Informatik als eigenes Fach für alle Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 7 an den Gemeinschaftsschulen und Gymnasien einführen“, erklärt Bildungsministerin Streichert-Clivot.

Die Einführung von Informatik als eigenständigem Fach ab Klassenstufe 7 führt zu einem zusätzlichen Bedarf an entsprechend qualifizierten Lehrkräften, der sukzessive über Aus- und Weiterbildung gedeckt werden soll. Seit dem Wintersemester 2020/21 kann an der Universität des Saarlandes (UdS) am Lehrstuhl „Didaktik der Informatik“ Prof. Dr. Verena Wolfs Informatik als Lehramtsfach – anders als bisher – auch mit anderen Fächern, wie zum Beispiel Philosophie/Ethik, Chemie, Französisch, Geschichte und Sport, und nicht nur mit Mathematik kombiniert werden. Dadurch soll der Studiengang “Lehramt Informatik für die Sek I+II” attraktiver werden. Mit dem Schuljahr 2021/22 startet zudem die Weiterqualifizierungsmaßnahme für Lehrkräfte mit dem Ziel des Erwerbs einer zusätzlichen Lehrerlaubnis für das Fach Informatik in der Sekundarstufe I. Die Weiterqualifizierungsmaßnahme am Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM) richtet sich an Lehrkräfte der Gemeinschaftsschulen und der Gymnasien. Darüber hinaus sind weitere Qualifizierungsmaßnahmen geplant.

Bisher können saarländische Schüler Informatik in der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe als Wahlpflichtfach wählen und seit dem Schuljahr 2019/20 in der Hauptphase der gymnasialen Oberstufe sowohl als Grund- wie auch als Leistungskurs belegen. An den saarländischen Gymnasien, die einen Informatik- oder MINT-Zweig führen, wird Informatik bereits ab Klassenstufe 8 unterrichtet. An den Gemeinschaftsschulen ist das Fach Informatik aber bisher nicht im Pflichtbereich der Stundentafel verankert, kann jedoch als Wahlpflichtfach in Kombination mit dem Fach Beruf und Wirtschaft oder im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften gewählt werden. Streichert-Clivots Plan sieht deshalb die Einführung als verpflichtendes Fach ab Klassenstufe 7 an Gemeinschaftsschulen und Gymnasien vor. Es soll den Schüler*innen beider Schulformen einen ersten Einblick in die Informatik bieten. Ein entsprechendes Konzept mit Blick auf die nötigen Anpassungen der Stundentafel sowie der Lehrplaninhalte soll nun gemeinsam mit Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis, darunter auch bereits Informatik unterrichtende Lehrkräfte, erarbeitet werden.

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