Schirmherr eröffnete das diesjährige Bauernfest mit dem obligatorischen Fassbieranstich. - Foto: Bill Titze

Bauernmarkt, Festzelt und ein großes Feuerwerk – das Webenheimer Bauernfest ist in unserer Region einer der Höhepunkte des Festkalenders. In diesem Jahr wird dazu noch der 100. Geburtstag des Festes begangen. Eigentlich ein Anlass für ausgiebiges Feiern. Doch davon kann zumindest für die breite Öffentlichkeit keine Rede sein, wie auch die Eröffnung deutlich machte.

Nicht auszudenken was los gewesen wäre. Tausende Menschen aus allen Himmelsrichtungen hätten sich bei schönstem Wetter auf den Weg zur Eröffnungsfeier gemacht, hätten gegessen, getrunken und bis tief in die Nacht ausgelassen gefeiert. So wie es das Bauernfest zum 100. Geburtstag verdient gehabt hätte.

Dass das alles so nicht stattfinden kann, liegt natürlich an Corona. Stattdessen musste die Eröffnung deutlich kleiner ausfallen. Die Bierzeltgarnitur machte für einfache Stehtische Platz, die große Bühne wurde durch einfache Stühle ersetzt und ein Zelt war weit und breit nicht zu sehen. Immerhin spielte das Wetter mit und so konnte man sich auf der Wiese neben der Reiterklause zumindest einige Stunden mit Freunden unterhalten und das ein oder andere Bier trinken.

Das Blasorchester vom MV Breitfurt sorgte für die musikalische Begleitung. – Foto: Bill Titze

So war die diesjährige Eröffnungsfeier eher beschaulich. Nur geladene Gäste durften teilnehmen und diese mussten geimpft oder genesen sein oder einen negativen Test vorlegen. 80 Menschen waren es insgesamt. Kein Vorwurf konnte freilich dem Ausrichter, dem Reiterverein Bliestal, gemacht werden. Corona lässt eben einfach nicht mehr zu. „Für uns stand fest, dass wir zumindest im kleinen Rahmen die Tradition des Webenheimer Bauernfestes wahren wollen“, unterstrich Präsident Hartmut Sandmeier bei seiner Eröffnungsrede. „Daher danke ich dem Festausschuss, das er diese Feier möglich gemacht hat.“

Foto: Bill Titze

Von einer kleinen Feier konnte vor hundert Jahren freilich nicht die Rede sein, wie Schirmherr und Alt-Landrat Clemens Lindemann vor dem Fassbieranstich ausführte. „Damals kamen 25.000 Menschen nach Webenheim. 85 Wagen nahmen am großen Festzug nach Blieskastel teil und am Ende haben sogar die französischen Gendarmen mitgetrunken, die nach dem 1. Weltkrieg hier stationiert waren.“ Danach habe sich das Fest „wunderschön“ entwickelt. Denn über die Jahre kamen viele Veranstaltungen hinzu, die heute längst Tradition sind. Selbst in diesem Corona-Jahr finden einige davon statt.

Insgesamt 80 geladene Gäste durften an der Eröffnungsfeier teilnehmen. – Foto: Bill Titze

So gibt es am Mittwoch ein kleines Schlachtfest auf der Terrasse der Reiterklause. Außerdem soll es am heutigen Montag ein Feuerwerk geben, wenn auch in stark abgespeckter Form. Wer bei diesen Anlässen dabei sein möchte, muss sich jedoch zuvor in der Reiterklause anmelden.

Bleibt zu hoffen, dass man im kommenden Jahr auf solche Formalitäten verzichten kann und wieder im gewohnten Rahmen gefeiert wird. Oder wie es Präsident Sandmeier formulierte: „Ich wünsche mir, dass wir uns nächstes Jahr wieder an der alten Wirkungsstätte in einem schönen Festzelt zur Eröffnung des nächsten Bauernfestes wiedersehen.“

Foto: Bill Titze

 

Vorheriger ArtikelSpiel und Spaß in den Sommerferien – Homburger Kinder- und Jugendbüro hat tolle Angebote
Nächster ArtikelSozioökonomische Hintergrund von Kindern wirken sich auf Infektionsgeschehen aus

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte kommentieren sie.
Bitte geben sie ihren Namen ein.