Die Eingaben seitens der Umweltverbände, Anwohner sowie veraltete Naturschutzgutachten machen nach Ansicht der Grünen Homburg eine Überarbeitung der Planungsunterlagen für die B423neu notwendig. Damit werde auch eine erneute Öffentlichkeitsbeteiligung erforderlich. Ohne eine aktuelle und belastbare Abschätzung der Entwicklung des Verkehrsaufkommens auf der B423 fehle, so die Grünen, jedoch eine zentrale Entscheidungsgrundlage.

Dazu heißt es in einer aktuellen Mitteilung:

„Hierzu hat Ulrich Fremgen (SPD) vor kurzem auf unsere Aussagen bezüglich der Entwicklung der PKW-Zulassungen (+ 10% in 2020 gegenüber 2011) verwiesen. Dabei verwechselt er jedoch Äpfel mit Birnen,“ so Marc Piazolo. „Kein Verkehrsplaner berücksichtigt bei der Abschätzung der Verkehrsentwicklung auf einer bestehenden Bundesstraße den PKW-Bestand der Gesamtbevölkerung einer Stadt. In das Planungsverfahren geht nur die Entwicklung des Verkehrsaufkommens aufgrund konkreter Verkehrszählungen entlang der betroffenen Straßenabschnitte ein. Entscheidend sind die tatsächlich bewegten Kraftfahrzeuge mit ihrem dazugehörigen Lärm, Emissionen, Erschütterungen und Unfallgefahren für die Anwohner – nicht jedoch die PKW- oder LKW-Zulassungen!“

„Um eine seriöse Kosten-Nutzen Abschätzung für das geänderte Planungsvorhaben zu erhalten, ist die Verkehrsentwicklung entlang der B423 zu aktualisieren. Dabei sind Sondereffekte, z.B. durch den Corona-Lockdown, Ferienzeiten oder die Baustelle an der A6 Auffahrt Homburg, auszuschließen. Nur eine Verkehrszählung ohne jegliche Sondereffekte ist als Planungsgrundlage brauchbar.“

Neben einer neuen Verkehrszählung sind in der Abwägung über die Kosten und den Nutzen der Umfahrung, die Konkretisierung der Entwicklung des DSD-Geländes überwiegend als Wohnquartier sowie die Reaktivierung der S-Bahn-Strecke HomburgZweibrücken, neu zu berücksichtigen, so die Grünen. „Unserer Ansicht nach machen diese beiden Faktoren neben den gestiegenen Naturschutzanforderungen die Realisierung der B423neu unwahrscheinlich! Den betroffenen Anwohnern entlang der B423 ist mit konkreter Unterstützung in den Bereichen Lärmschutzmaßnahmen, LKW-Nachtfahrverboten und Verkehrsberuhigung besser geholfen als mit dem Hinweis auf eine nicht zu realisierende Umfahrung“.

„Die Mastau dient sowohl als Rückzugsraum für wertvolle Tier- und Pflanzenarten als auch als wichtiges Naherholungsgebiet für viele Homburger*innen. Dies gilt es zu erhalten. Um dem Auftrag des Stadtrates gerecht zu werden, sollte der neue Naturschutzbeauftragte für Einöd dem Umweltschutz künftig auch persönlich einen größeren Stellenwert einräumen“, fordert Marc Piazolo.

 

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