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Der Zweite Armuts- und Reichtumsbericht für das Saarland zeigt deutlich die Vielschichtigkeit und Herausforderungen von Armut aus. So ist die Armutsrisikoquote im Vergleich zu 2015 nur leicht gesunken; Frauen haben dabei ein höheres Risiko, in die Armut zu rutschen.

„Die Armut wächst und die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich. Die allgemeine Armutsrisikoquote im Saarland ist im Zeitraum zwischen dem ersten und dem zweiten Armuts- und Reichtumsbericht nur marginal gesunken. Demnach war zwischen 2013 und 2020 jede sechste Person durch Armut gefährdet. Dabei tragen Frauen grundsätzlich ein höheres Armutsrisiko als Männer – zwischen 2013 und 2020 war jede sechste Frau und jeder siebte Mann armutsgefährdet“, erläutert Sozialminister Magnus Jung wichtige Erkenntnisse des Berichts.

Armut zeige sich, so Jung, nicht nur durch einen Mangel an finanziellen Mitteln, sondern auch in der Bildung und Gesundheit, der Wohnungssituation sowie der Frage wie Menschen gesellschaftlich und politisch teilhaben. „Die Sozial- und Armutspolitik ist eine Querschnittsaufgabe, die die gesamte Gesellschaft dauerhaft fordert. Wir alle tragen Verantwortung für unsere Gesellschaft, unser Zusammenleben und unseren Zusammenhalt.“, betont der Sozialminister.

Mit der Vorlage des Berichtes setzt die saarländische Landesregierung die Sozialberichterstattung des ersten Berichtes aus dem Jahr 2015 fort. Der Zweite Armuts- und Reichtumsbericht bezieht sich nun auf die Jahre von 2015 bis 2020. Die Erstellung des Berichts für das Saarland ist durch ein externes sozialwissenschaftliches Institut verfasst und durch die im Beirat zur Armutsbekämpfung vertretenen Verbände begleitet worden.

„Im Saarland wurden bereits wichtige Schritte auf den Weg gebracht, um Armut wirksam zu bekämpfen und vor allem nachhaltig zu verhindern. Die andauernde hohe Armut macht neue stärkere Ansätze zur Armutsbekämpfung notwendig. Die Erhöhung der Transferleistungen durch das Bürgergeld und die Kindergrundsicherung durch den Bund, sind dabei von zentraler Bedeutung. Im Fokus der Arbeit zur Armutsbekämpfung auf Landesebene liegt die Erarbeitung eines quartiersbezogenen und ressortsübergreifenden Konzeptes. Armut kann dauerhaft nur überwunden werden, wenn die Menschen gleichberechtigten Zugang zu guter Arbeit, hochwertiger Bildung sowie der Gesundheitsversorgung haben“, betont Jung.

Angesichts der aktuellen Steigerungen der Energie und Lebensmittelpreise soll zur Vorbereitung der Sitzungen des Beirats zur Armutsbekämpfung im Saarland eine Ad hoch-Arbeitsgruppe des Armutsbeirates einberufen werden. Zusätzlich ist die Einrichtung eines Winterfonds gegen Hunger und Kälte geplant.

Der Zweite Armuts- und Reichtumsbericht für das Saarland steht sowohl in der Langfassung als auch in der Kurzfassung unter www.saarland.de/publikationen-msgff zum Download bereit.

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