Symbolbild

Dass Krankenhäuser die Personalvorgaben in bestimmten Bereichen bis Ende März 2022 aussetzen dürfen, ist aus Sicht der Arbeitskammer des Saarlandes nicht hinnehmbar. „Bei der letzten Aussetzung der Personaluntergrenze im vergangenen Jahr haben wir beobachtet, dass einzelne Träger die Personaluntergrenzen herabgesetzt haben, ohne dass die jeweiligen Stationen überlastet waren. Das soll und darf nicht wieder passieren“, sagt Beatrice Zeiger, Geschäftsführerin der Arbeitskammer des Saarlandes.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat mit Wirkung zum 2. Dezember 2021 den Krankenhäusern die Möglichkeit gegeben, Personalvorgaben bis Ende März 2022 aussetzen zu können. Dies bedeutet, dass Krankenhäuser von der Mindestausstattung mit Pflegefachkräften bei bestimmten komplexen Behandlungen abweichen können. „Dies führt bei Pflegekräften zu einer weiteren Arbeitsverdichtung, da weniger Pflegekräfte mehr Patienten versorgen müssen“, sagt Zeiger.

Zu einer Entlastung werde dies nicht führen, sondern eher das Problem auf dem Rücken der Beschäftigten austragen. Durch die Aussetzung der Personaluntergrenzen müssten Qualitätsstandards nicht erfüllt werden und eine sichere Versorgung von Patienten könne so nicht gewährleistet werden. Dies führe zu einer unzureichenden Pflege und gehe damit sowohl als zusätzliche Belastung physischer als auch psychischer Natur mit den Pflegekräften nach Hause. „Die Grenze der Zumutbarkeit für Pflegekräfte ist schon lange überschritten“, findet Zeiger.

In den vergangenen Monaten geriet die Pflege mehr und mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Neben Beifall und einer Steigerung von Wertschätzung dieser Berufsgruppe gegenüber, haben sie als Entschädigung für die Überlastung einmalige Bonuszahlungen erhalten. „Die Aussetzung der Personaluntergrenzen ist das absolut falsche Signal“, so Zeiger.

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