In Freisen sollen in den kommenden Jahren Hunderte neue Industriearbeitsplätze entstehen: Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am 17.12.2025 die erste Bestellung von Transportpanzern beim finnischen Rüstungsunternehmen Patria auf den Weg gebracht. Produziert werden die Fahrzeuge am saarländischen KNDS-Standort in Freisen, der damit deutlich ausgebaut werden soll.
Bei dem jetzt beschlossenen Paket handelt es sich um eine erste Tranche, an die weitere Bestellungen anschließen sollen. Nach derzeitiger Planung werden in Freisen voraussichtlich rund 500 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Die Landesregierung spricht von einer langfristigen Perspektive für den Standort und sieht darin einen wichtigen Baustein für die wirtschaftliche Entwicklung im Norden des Saarlandes.
Ministerpräsidentin Anke Rehlinger ordnete die Entscheidung als bedeutenden Schritt für das Bundesland ein. „Der Patria-Auftrag ist ein Riesenerfolg für das Saarland. Damit entstehen neue, zusätzliche Arbeitsplätze im Saarland. So leistet das Saarland seinen Beitrag zur Sicherheit unseres Landes und Europas, nutzt aber auch selbst darin liegende wirtschaftliche Chancen“, erklärte Rehlinger. Die Verbindung von sicherheitspolitischer Bedeutung und industrieller Wertschöpfung steht für die Landesregierung im Mittelpunkt der Bewertung.
Auch Wirtschaftsminister Jürgen Barke hebt die industriepolitische Dimension hervor. „Mit der Patria-Produktion in Freisen wächst die Bedeutung der Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft als Zukunfts- und Wachstumsbranche im Saarland. Gerade der Mittelstand kann nachhaltig von der Zeitenwende profitieren. Wir unterstützen dafür kleine und mittlere Unternehmen, die sich in Richtung Rüstung diversifizieren“, betonte Barke. Ziel sei es, regionale Betriebe stärker in die Lieferketten einzubinden und so zusätzliche Aufträge in der Region zu halten.
Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Stephan Toscani, bezeichnete die Entscheidung für die Patria-Produktion in Freisen als wichtigen Schritt für den Industriestandort Saarland. Er verwies auf das Auftragsvolumen von fast einer Milliarde Euro und die Schaffung mehrerer Hundert neuer Arbeitsplätze, die dem Land dringend benötigte Perspektiven eröffneten. Toscani dankte den saarländischen Bundestagsabgeordneten Roland Theis und Philip Hoffmann für ihren Einsatz im Bundestag. Zugleich betonte er, dass andere Bundesländer im Wettbewerb um Ansiedlungen in der Verteidigungsindustrie ein höheres Tempo vorlegten, und forderte von der Landesregierung eine proaktivere Industriepolitik, um die Chancen der veränderten sicherheitspolitischen Lage besser zu nutzen.
Um den Ausbau in Freisen zu ermöglichen, bereitet das Land nach eigenen Angaben derzeit zusätzliche Erweiterungsflächen für KNDS vor. Parallel dazu wurde bei der landeseigenen Wirtschaftsförderung ein Projektbüro „Security and Defense Economy“ eingerichtet. Dieses Büro soll Unternehmen der Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft enger mit dem saarländischen Mittelstand vernetzen, bei komplexen Vergabe- und Beschaffungsprozessen beraten und die Potenziale des Standorts Saarland auch überregional stärker sichtbar machen.
Das Beschaffungsprogramm für den Patria-Transportpanzer ist eingebettet in eine internationale Kooperation. Beteiligt sind neben Deutschland die Länder Finnland, Schweden, Lettland und Dänemark. Gemeinsam soll eine modulare, vielseitig einsetzbare Plattform für militärische Radfahrzeuge entwickelt werden. Der Standort Freisen wird damit Teil eines länderübergreifenden Rüstungsprojekts, das sowohl sicherheitspolitische als auch wirtschaftliche Ziele verfolgt.




















