Bezahlbarer Klimaschutz, der im Alltag ankommt, soll zum Herzstück der grünen Landtagswahlkampagne im Saarland werden. Unter dem Leitwort „Bereit für morgen“ wollen die Saar-Grünen am 7. November auf ihrem Landesparteitag in Lebach das Programm für die Wahl 2027 beschließen. Der Anspruch dahinter: Politik stärker an den konkreten Lebensrealitäten der Menschen auszurichten.
Wie das aussehen kann, erläutert Spitzenkandidatin Anne Lahoda am Beispiel der Energiewende. Entscheidend sei, dass die Bevölkerung unmittelbar profitiere. Bürgerenergieprojekte sollen leichter umzusetzen sein, und auch Mieterinnen und Mieter sollen die Chance bekommen, den Solarstrom vom Dach ihres Hauses zu nutzen. „Klimaschutz muss bezahlbar sein und zum Alltag der Menschen passen“, so Lahoda.
Eng damit verbunden ist für die Partei der öffentliche Nahverkehr. Busse und Bahnen müssten verlässlich fahren und zu den täglichen Wegen passen – gerade im ländlichen Raum. Wer Kinder in die Kita bringe, Angehörige pflege oder sich im Verein engagiere, brauche häufigere Verbindungen und funktionierende Anschlüsse, betont die Spitzenkandidatin.
Auch die Wirtschaftsförderung wollen die Grünen neu ausrichten und an eine klare Gesamtstrategie knüpfen. Transparente Kriterien sollen künftig darüber entscheiden, welche Ansiedlungen und Investitionen gefördert werden, orientiert an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. So sollen neben Umwelt- und Klimaaspekten auch soziale Fragen wie faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen bei der Vergabe öffentlicher Gelder ins Gewicht fallen. Damit kleine Betriebe und das Handwerk nicht ins Hintertreffen geraten, sollen die Antragsverfahren pragmatisch und praxistauglich bleiben.
Einen dritten Schwerpunkt setzt die Partei in der Bildung. Spitzenkandidat Volker Morbe macht deutlich, dass Lernerfolg nicht vom Elternhaus abhängen dürfe. Schulen mit größeren sozialen Herausforderungen sollen deshalb gezielt mehr Unterstützung erhalten, ermittelt über einen Sozialindex. Ein Qualitätsinstitut nach Hamburger Vorbild soll auswerten, wo Kinder beim Lernen Hilfe brauchen und welche Förderung tatsächlich wirkt.
Konkret streben die Grünen Grundschulklassen mit höchstens 20 Kindern an, dazu mehr Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und Sprachförderung sowie eine Aufwertung des Ganztags. „Ob ein Kind sicher lesen, schreiben und rechnen lernt, darf nicht vom Elternhaus abhängen“, so Morbe. Familien sollen zudem durch eine kostenlose Schulbuch- und Medienausleihe entlastet werden – verbunden mit dem Versprechen, bürokratische Hürden abzubauen.




















