Pingusson-Bau in Saarbrücken Foto: Phrontis - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10600710
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Das sogenannte Pingusson-Gebäude in Saarbrücken soll endlich wieder in Betrieb gehen. Der Ministerrat hat beschlossen, den jahrelangen Stillstand rund um das denkmalgeschützte Bauwerk zu beenden und das Ensemble umfassend zu sanieren. Künftig soll dort wieder das Ministerium für Bildung und Kultur einziehen.

Bauminister Reinhold Jost macht deutlich, dass die Entscheidung nicht leichtfertig gefallen ist. „Wir lassen dieses bedeutende Stück saarländischer Geschichte nicht weiter im Stillstand verharren“, erklärt er. Man habe Alternativen abgewogen, die Planung vertieft und sie zusätzlich von unabhängiger Stelle kontrollieren lassen. Das Ziel sei klar: Das Denkmal bleibe erhalten, gleichzeitig entstehe ein modernes Verwaltungsgebäude.

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Grundlage dieser Zuversicht ist eine externe Überprüfung. Von August bis Oktober 2026 nahm ein Berliner Expertenbüro die Ausführungsplanung unter die Lupe und bestätigte deren fachliche Qualität. Die Hinweise der Prüfer zu Themen wie Brandschutz, Tragwerk, Schallschutz und Barrierefreiheit wurden anschließend von der Staatlichen Hochbaubehörde bewertet und als unkritisch eingestuft.

Beim Thema Geld legt das Land seine Zahlen offen auf den Tisch. Auf dem Preisstand des zweiten Quartals 2025 liegt die Kostenermittlung bei rund 63 Millionen Euro. Rechnet man die erwartete Baupreisentwicklung bis zur geplanten Fertigstellung Anfang 2031 ein, steigt die Summe auf etwa 73,5 Millionen Euro. Finanziert wird das Vorhaben unter anderem mit zehn Millionen Euro aus dem Sondervermögen Zukunftsinitiative sowie 32 Millionen Euro aus dem Transformationsfonds für die energetische Sanierung. Der Rest stammt aus den kommenden Bauhaushalten.

„Diese Landesregierung benennt die Kosten offen. Genau deshalb haben wir die Planung noch einmal unabhängig auf den Prüfstand gestellt“, betont Jost. Diese Sorgfalt sei kein Umweg, sondern die Grundlage für verlässliche Entscheidungen.

Warum die Sanierung dem Abriss vorgezogen wird, erklärt eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Über einen Zeitraum von 50 Jahren fällt die Modernisierung demnach um rund 21 Millionen Euro beziehungsweise 18 Prozent günstiger aus als ein fiktiver Ersatzneubau. Hinzu kämen die rechtlichen und baulichen Risiken eines Abbruchs unmittelbar an der A620. Mit der Rückkehr des Bildungsministeriums in ein landeseigenes Gebäude entfallen zudem die Mietkosten für Ausweichflächen.

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Inhaltlich setzt das Projekt auf barrierefreie Zugänge, zeitgemäßen Brandschutz, energetische Verbesserungen und moderne Arbeitsbereiche. Bevor die Bagger anrücken, steht allerdings noch die parlamentarische Befassung an, gefolgt von Ausschreibungen und Vergaben. Erste Rückbauarbeiten im Inneren könnten bis zum Beginn des zweiten Quartals 2027 starten. Fertig sein soll das sanierte Baudenkmal dann im ersten Quartal 2031.

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