Waldbrandschutz beginnt nicht erst bei der Feuerwehr, sondern im Kindergarten. Mit dieser Überzeugung haben der Landesfeuerwehrverband und der SaarForst Landesbetrieb einen Experimentier-Koffer entwickelt, der Kita- und Grundschulkindern spielerisch vermittelt, warum Feuer im Wald gefährlich werden kann. In Rehlingen-Siersburg stellte Umweltministerin Petra Berg das neue Lernmittel nun gemeinsam mit Kindern sowie Erzieherinnen und Erziehern einer Kita vor.
„Waldbrandschutz fängt bei den Kleinsten an“, betonte Berg bei der Präsentation. Der Koffer sei bereits in einer Kita erprobt worden, und das Ergebnis habe sie überzeugt: „Das rege Interesse hat gezeigt, dass das Konzept funktioniert.“ Statt trockener Theorie setzt das Material auf eigenes Ausprobieren – die Kinder forschen, experimentieren und begreifen so nebenbei, welche Risiken im Wald lauern.
Das Projekt soll nicht auf einen einzigen Koffer beschränkt bleiben. Derzeit laufen Planungen für die Finanzierung und Anschaffung von insgesamt 60 Exemplaren. Perspektivisch sollen Försterinnen und Förster des SaarForst Landesbetriebs, die Rangerinnen und Ranger des Nationalparks sowie die Brandschutzerzieherinnen und -erzieher der Freiwilligen Feuerwehren mit den Koffern in Kitas und Grundschulen kommen.
Hinter der Idee steht ein breites Bündnis. Bereits 2024 hatten Umweltministerium und SaarForst gemeinsam mit dem Innenministerium, dem Landesfeuerwehrverband, dem Bildungsministerium, dem Bildungscampus Saar, dem Nationalpark Hunsrück Hochwald und der Unfallkasse Saarland die Projektgruppe „Feuer und Wald“ gegründet. Ziel ist es, die Entstehung und Vermeidung von Waldbränden kindgerecht in die Brandschutzerziehung einzubetten. In diesem Rahmen entstand auch das Booklet „Hier riecht’s aber komisch.“, das in Einrichtungen zur Aufklärung eingesetzt wird.
Für Innenminister Reinhold Jost liegt der Wert der Initiative vor allem in der Vorbeugung. „Die effektivste Brandbekämpfung ist die, die gar nicht erst nötig wird“, erklärte er. Indem man Kindern früh ein Bewusstsein für die Gefahren im Wald vermittle, setze man an der Wurzel an und schütze die Natur nachhaltig. Eine gut aufgestellte Präventionsarbeit sei unverzichtbar, um die Wahrscheinlichkeit von Bränden, wie man sie in diesem Sommer erlebt habe, so weit wie möglich zu senken.
Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot hob die pädagogische Seite hervor. „Kinder wollen ihre Umwelt entdecken und verstehen“, sagte sie. Der Koffer greife genau diese Neugier auf und verbinde naturwissenschaftliches Lernen mit dem Schutz der Wälder. Beim gemeinsamen Forschen lernten die Kinder, Gefahren zu erkennen und verantwortungsvoll mit der Natur umzugehen. So werde Bildung für nachhaltige Entwicklung konkret und erlebbar.




















