Fünf Menschen, die über Jahrzehnte hinweg das Leben in ihren Heimatorten geprägt haben, standen am 2. November 2026 im Mittelpunkt einer feierlichen Ehrung. Innenminister Reinhold Jost überreichte an diesem Tag die „Freiherr-vom-Stein-Medaille“ an vier Persönlichkeiten aus dem Saarpfalz-Kreis und würdigte eine weitere posthum. Ausgezeichnet wurden Imelda Frenzel aus Gersheim-Medelsheim, Arnulf Fricker aus Bexbach-Niederbexbach, Klaus Dietmar Hussong aus Gersheim-Rubenheim und Bernhard Welsch aus Gersheim-Bliesdalheim. Posthum erhielt Dr. Michael Rinck aus St. Ingbert-Hassel die Auszeichnung.
In seiner Laudatio richtete der Minister besondere Worte an die Familie des verstorbenen Geehrten. „Die Persönlichkeiten, die ich heute mit der Freiherr-vom-Stein-Medaille auszeichnen darf, haben einen bedeutenden Teil ihres Lebens in den Dienst der Gesellschaft gestellt“, sagte Jost. Im Fall von Dr. Michael Rinck könne man „mit Fug und Recht sagen, dass er sogar sein gesamtes Wirken dieser Aufgabe gewidmet hat“. Diesen Einsatz verband er mit „tief empfundenem Dank“ und „höchster Anerkennung“.
Was die Geehrten eint, ist ein jahrzehntelanges Engagement, das weit über die reine Kommunalpolitik hinausreicht. Jost beschrieb sie als Menschen, die „Zeit und Energie investieren, um aktiv an einem guten Miteinander zu arbeiten“ – und die damit das „Rückgrat unserer Gesellschaft“ bildeten. Landrat John ergänzte diese Würdigung und nannte die Ausgezeichneten „Visionäre mit Gestaltungsbegeisterung, Kompromissfähigkeit und Durchhaltevermögen“, deren Wirken oft mit Einschränkungen für die eigenen Familien verbunden gewesen sei.

Die Lebensläufe der Geehrten zeigen, wie vielfältig kommunales Engagement aussehen kann. Imelda Frenzel prägte 21 Jahre lang den Ortsrat Medelsheim-Seyweiler und war von 2009 bis 2024 Ortsvorsteherin von Medelsheim. Über ihre politischen Ämter hinaus führt sie den Kirchenchor St. Cäcilia, setzt sich im Senioren- und Behindertenbeirat ein und baute mit einem grenzüberschreitenden Freundschaftsparcours Brücken zur deutsch-französischen Nachbarschaft. Arnulf Fricker wiederum stellte in Niederbexbach über viele Jahre das Dorfleben in den Mittelpunkt – als Ortsvorsteher von 2002 bis 2023, als Organisator von Kirmes, Dorffest und Martinsumzug sowie als treibende Kraft hinter einem umfassenden Dorfentwicklungskonzept.
Auch Klaus Dietmar Hussong hinterließ in Rubenheim deutliche Spuren. Über 19 Jahre wirkte er als Ortsvorsteher, kümmerte sich um die Naherholungsanlage Rohrentalweiher und förderte gezielt die Jugend, etwa durch die Gründung eines Jugendclubs. Bernhard Welsch gehörte dem Ortsrat von Bliesdalheim von 1989 bis 2024 an und steht seit 35 Jahren an der Spitze des örtlichen Angelsportvereins. Als Initiator des neuen Dorfplatzes und eines Pavillons mit Grillplatz schuf er Treffpunkte, die das Zusammenleben in der Gemeinde stärken.

Dr. Michael Rinck schließlich widmete drei Jahrzehnte dem Ortsrat von Hassel und engagierte sich weit darüber hinaus – in der Pfarrgemeinde, im Ökumenischen Caritasverband und in einer Expertenkommission des Landtags gegen Antisemitismus. In seiner Heimat kämpfte er für den Erhalt des Wildparks und die Neugestaltung des Dorfplatzes.
Die „Freiherr-vom-Stein-Medaille“ wurde 1989 vom saarländischen Ministerpräsidenten gestiftet. Alle zwei Jahre würdigt das Saarland damit Bürgerinnen und Bürger, die sich in besonderer Weise um die kommunale Selbstverwaltung verdient gemacht haben.




















