Die Schaeffler AG hat ihre Klimaziele für das Jahr 2035 wissenschaftlich prüfen lassen – mit Erfolg. Die Science Based Targets initiative (SBTi), eine global anerkannte Organisation zur Bewertung unternehmerischer Klimastrategien, bestätigte, dass die vom Herzogenauracher Industriekonzern eingereichten Vorgaben zur Senkung der Treibhausgasemissionen den geltenden Kriterien entsprechen. Damit gelten die Ziele offiziell als fundiert und mit dem Pariser Klimaabkommen vereinbar.
Konkret will Schaeffler seine direkten Emissionen sowie jene aus eingekaufter Energie, in der Fachsprache Scope 1 und 2 genannt, bis 2035 um 42 Prozent reduzieren. Als Vergleichsgröße dient dabei das Geschäftsjahr 2025. Auch die deutlich schwerer zu beeinflussenden Scope-3-Emissionen entlang der Lieferkette – etwa aus eingekauften Gütern, Investitionsgütern, Transport oder Geschäftsreisen – sollen im selben Zeitraum um 30 Prozent sinken.
Dass 2025 als neues Basisjahr herangezogen wird, hat einen konkreten Hintergrund: Es war das erste vollständig konsolidierte Geschäftsjahr nach dem Zusammenschluss mit Vitesco Technologies. Im Zuge dieser Fusion hat der Konzern seine Nachhaltigkeitsstrategie überarbeitet und neu justiert. Frühere Reduktionen aus der Zeit vor der Übernahme waren bereits in die vorherige Strategie eingeflossen.
Für Vorstandsvorsitzenden Klaus Rosenfeld markiert die Validierung einen bedeutenden Punkt auf dem Weg zur Klimaneutralität. „Unsere Klimaziele sind damit wissenschaftlich fundiert, transparent und mit unserer Verantwortung als Unternehmen vereinbar“, erklärte er. Zugleich betonte er, dass die eigentliche Herausforderung erst noch bevorstehe: „Uns ist dabei bewusst, dass wir mit den Zielen allein noch keine Emissionen reduzieren. Die eigentliche Arbeit liegt noch vor uns.“
Rosenfeld machte deutlich, dass sich spürbare Fortschritte nur erzielen ließen, wenn Nachhaltigkeit konsequent in sämtliche unternehmerische Entscheidungen einfließe. „Nachhaltigkeit ist für uns Verpflichtung und Chance zugleich“, so der Konzernchef. Nur wenn man sie zielgerichtet mit der Unternehmensstrategie verzahne, schaffe man die Grundlage, um profitabel zu wachsen und die Zukunftsfähigkeit abzusichern.
Über die beiden von der SBTi geprüften Nahzeitziele hinaus verfolgt Schaeffler ein weiterreichendes Vorhaben: Bis 2050 will der Konzern zum Netto-Null-Unternehmen werden. Dieses Ziel wurde zwar nicht von der SBTi validiert, ist aber Teil der langfristigen Ausrichtung. Dafür sollen die Emissionen aus allen drei Bereichen gegenüber dem Basisjahr 2025 um 90 Prozent sinken, verbleibende Restemissionen will das Unternehmen neutralisieren. Den Rahmen dafür bildet der sogenannte Climate Transition Plan, der 2026 im Zuge der aktualisierten Nachhaltigkeitsstrategie etabliert wurde.
Die SBTi selbst versteht sich als globale Instanz, die Unternehmen dabei unterstützt, ihre Klimaziele am 1,5-Grad-Ziel des Pariser Abkommens auszurichten. Sie entwickelt Standards und Methoden zur Reduktion von Treibhausgasen und prüft die eingereichten Ziele in einem formellen Verfahren. Die Ergebnisse der Validierung sind auf der Website der Organisation öffentlich einsehbar.




















