Blitzsaubere Spiegel, geputzte Böden, desinfizierte Sanitäranlagen – in Büros, Schulen und Kitas des Saarpfalz-Kreises sorgen rund 1.230 Menschen täglich dafür, dass alles glänzt. Für ihre Arbeit, oft lange vor dem ersten Morgenlicht, fordert die Gewerkschaft IG BAU Saar-Trier nun deutlich mehr Geld. Doch am Verhandlungstisch bewegt sich bislang wenig.
„Auf ein ordentliches Lohn-Plus warten Reinigungskräfte bislang vergeblich: Die Arbeitgeber schalten am Tariftisch auf stur“, kritisiert Ute Langenbahn, Vorsitzende der IG BAU Saar-Trier. Die Gewerkschaft verlangt 2 Euro mehr pro Stunde. Damit läge der Stundenlohn einer Gebäudereinigerin künftig bei 17 Euro.
Das Angebot der Arbeitgeberseite bleibt nach Darstellung der Gewerkschaft weit dahinter zurück. Erst ab Mai kommenden Jahres sollten die Löhne um 1,8 Prozent steigen – umgerechnet gerade einmal 27 Cent pro Stunde. „Das ist eine Farce. Denn das reicht nicht einmal, um die Inflation aufzufangen“, so Langenbahn.
Besonders brisant wird die Rechnung mit Blick auf den gesetzlichen Mindestlohn. Ab Januar klettert dieser auf 14,60 Euro. Eine Gebäudereinigerin verdient derzeit mit 15 Euro nur knapp darüber. „Warum soll sie für 40 Cent mehr ihren Wecker auf 3 Uhr morgens stellen, in aller Herrgottsfrühe aufstehen und sich dann auch noch krummmachen?“, fragt Langenbahn. Einen Job zum Mindestlohn finde man schließlich auch anderswo – und das ohne die körperliche Härte dieses „Knochenjobs“.
Genau darin liegt aus Sicht der Gewerkschaft die Gefahr für die Branche. Bleiben die Unternehmen bei ihrer Haltung, könnten viele Beschäftigte abwandern. „Sie hängen ihren Job an den Nagel und suchen sich etwas anderes“, warnt Langenbahn. Das würde die Betriebe „in erhebliche Schwierigkeiten bringen“, denn qualifiziertes Personal sei ohnehin knapp. Im Saarpfalz-Kreis sind in der Gebäudereinigung derzeit 24 Unternehmen aktiv.
Die Entscheidung könnte schon bald fallen. Am kommenden Dienstag, dem 3. November, treffen sich die IG BAU und der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks zum dritten Mal am Verhandlungstisch. Diese Runde gilt als entscheidend für die Frage, ob die Reinigungskräfte im Saarpfalz-Kreis am Ende tatsächlich ein spürbares Lohn-Plus mit nach Hause nehmen.




















