Foto: Frau Luisa Michely (Lehrkraft)
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„Wer von euch hat schon einmal eine Grenze gesetzt oder eine Grenze überwunden?“ Mit dieser Frage brachte Catrin Stöck die diesjährigen Projekttage am Christian-von-Mannlich-Gymnasium (CvM) ins Rollen. Vier Tage lang drehte sich für rund 700 Schülerinnen und Schüler sowie 60 Lehrkräfte alles um ein einziges Leitthema: „Grenzen überwinden“. Und schnell wurde klar, wie weit dieser Begriff reicht – von den Linien auf der Landkarte über ökologische Systeme bis hin zu den ganz eigenen, inneren Barrieren.

Am greifbarsten wurden die geografischen und kulturellen Trennlinien in den Länderprojekten. Während eine Gruppe erste italienische Vokabeln büffelte und sich im Afrika-Projekt mit kulturellen Unterschieden und dem globalen Wohlstandsgefälle befasste, reiste eine andere ins benachbarte Metz. Die sogenannten „Grenzgänger“ nahmen die Sache besonders wörtlich: Sie überquerten die französische Grenze zu Fuß und auf dem Wasser und verarbeiteten ihre Eindrücke anschließend kreativ – samt der Frage, was Grenzsteine eigentlich bedeuten.

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Dass Europa weit mehr ist als eine Linie im Atlas, bewiesen die Gäste des Lycée Atert aus Luxemburg. Zwei Tage lang tauschten sich die Jugendlichen mit ihren Altersgenossen am CvM aus, eingebettet in ein Erasmus+-Projekt, das von der Europäischen Union mitfinanziert wird. So wurde der europäische Gedanke nicht nur diskutiert, sondern konkret erlebbar. Sichtbar wurde er auch auf dem Schulhof: Eine Projektgruppe gestaltete ihn in den Farben verschiedener europäischer Länder – als Zeichen für Zusammenhalt und Vielfalt.

Doch Grenzen verlaufen nicht nur zwischen Staaten. Musik, Sprache und Bewegung öffneten den Jugendlichen weitere Wege, über sich hinauszuwachsen. In einem Musikprojekt zerlegten die Schülerinnen und Schüler Rap-Songs, untersuchten, wie Künstlerinnen und Künstler mit Sprache spielen und gesellschaftliche Themen aufgreifen, und verfassten schließlich eigene Texte. In den Sport- und Tanzprojekten standen dagegen Ausdauer, Koordination und Teamgeist im Vordergrund. Beim Triathlon loteten die Jugendlichen ihre körperlichen Grenzen aus, landestypische Tänze brachten neue Rhythmen, und beim Klettern ging es darum, die eigene Höhenangst zu bezwingen und Vertrauen in sich selbst zu entwickeln.

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Als UNESCO-Projektschule und Biosphärenschule rückt das CvM traditionell auch den Umgang mit der Umwelt in den Mittelpunkt. Im Schulgarten entstanden deshalb zwei Moorbeete, die künftig fleischfressenden Pflanzen einen Lebensraum bieten sollen. Es blieb jedoch nicht beim praktischen Gärtnern: Die Jugendlichen setzten sich auch mit der Frage auseinander, wie sich empfindliche Ökosysteme schützen lassen. Andere Gruppen erkundeten externe Lernorte, um mehr über die Wasserversorgung und die Lebensräume des Waldes zu erfahren. Die Erkenntnis: Manche Grenzen in der Natur sind nicht zum Überwinden da, sondern müssen respektiert werden.

Wie eng Forschung und Menschlichkeit zusammenhängen, erlebten die Schülerinnen und Schüler beim Besuch des Universitätsklinikums des Saarlandes. Dort bekamen sie Einblicke in die medizinische Forschung und beschäftigten sich unter anderem mit der Krebsforschung. Zugleich wählten sie einen ganz persönlichen Zugang: Mit handgeschriebenen Briefen wollten sie erkrankten Kindern Mut machen und ihnen zeigen, dass sie nicht allein sind. Oft, so die Botschaft, braucht es für das Überwinden einer Grenze keinen technischen Durchbruch, sondern nur eine kleine Geste.

Am Ende der vier Tage stand die Einsicht, wie viele Facetten ein einziges Thema haben kann. Ob bei internationalen Begegnungen, kreativen Aufgaben, sportlichen Herausforderungen oder im Dialog mit Natur und Wissenschaft – überall erweiterten die Jugendlichen ihren Blick auf die Welt und sammelten Erfahrungen, die weit über den regulären Unterricht hinausreichen.

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