Wer im Saarland derzeit den Heizöltank füllt oder an der Zapfsäule steht, spürt es unmittelbar im Geldbeutel: Die Energiepreise ziehen kräftig an und treiben die Teuerung im Land in die Höhe. Nach den vorläufigen Zahlen des Statistischen Amtes lag die Inflationsrate im August 2026 bei 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Juli hatte der endgültige Wert noch bei 3,2 Prozent gelegen.
Gegenüber dem Vormonat kletterte der Verbraucherpreisindex um 0,3 Prozent und erreichte einen Stand von 125,8 Punkten, gemessen am Basisjahr 2020. Den größten Anteil an dieser Entwicklung tragen die Energiekosten, deren Ausschläge nach oben besonders deutlich ausfallen.
Am stärksten schlug Heizöl zu Buche. Hier verteuerten sich die Preise binnen Jahresfrist um satte 45,6 Prozent. Auch an der Tankstelle wurde es für die Verbraucher teurer: Benzin legte um 38,6 Prozent zu. Wer mit Brennholz, Holzpellets oder ähnlichen Brennstoffen heizt, musste ein Plus von 16,1 Prozent verkraften.
Doch nicht überall zeigen die Kurven nach oben. In einzelnen Energiebereichen gab es sogar spürbare Entlastungen. So sanken die Strompreise um 6,1 Prozent, Erdgas wurde um 2,5 Prozent günstiger und Fernwärme um 6,4 Prozent. Klammert man den gesamten Energiesektor aus der Betrachtung aus, fällt die Teuerung deutlich moderater aus: Sie lag dann nur noch bei 2,0 Prozent.
Bemerkenswert ruhig blieb die Lage bei den Lebensmitteln. Im Schnitt zahlten die Saarländerinnen und Saarländer nur 0,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Damit blieb die Teuerung bei Nahrungsmitteln bereits den sechsten Monat in Folge klar unter der Gesamtinflation. Fleisch und Fleischwaren verteuerten sich um 1,7 Prozent, Fisch und Meeresfrüchte um 1,5 Prozent. Trotz reichlichen saisonalen Angebots lagen Obst mit einem Plus von 1,5 Prozent und Gemüse mit 4,8 Prozent über dem Vorjahresniveau.
An anderer Stelle wurde der Einkauf sogar billiger. Molkereiprodukte und Eier kosteten 4,1 Prozent weniger, bei Speisefetten und Speiseölen fiel der Rückgang mit 15,2 Prozent besonders kräftig aus. Bekleidung und Schuhe blieben preislich unverändert.
Für Familien mit Schulkindern brachte der Ferienausklang allerdings zusätzliche Belastungen. Pünktlich zum Schuljahresbeginn zogen die Preise für Schulmaterial an: Schreibwaren verteuerten sich um 3,0 Prozent, Schul- und Lehrbücher um 2,3 Prozent. Immerhin bei den Schulranzen gab es eine Entlastung, sie wurden um 5,0 Prozent günstiger.
Auch wer auswärts speiste oder verreiste, zahlte drauf. Gaststättenleistungen verteuerten sich um 2,7 Prozent, Übernachtungen um 4,4 Prozent. In Restaurants und Gaststätten kosteten Speisen und Getränke 2,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die veröffentlichten Werte sind vorläufig; die endgültigen Ergebnisse folgen im Statistischen Bericht des Landesamtes.




















