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Wer im Saarland auf Erdwärme setzen will, findet jetzt eine deutlich modernisierte Orientierungshilfe vor. Das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) hat seinen Leitfaden zur Nutzung von Erdwärme aus dem Jahr 2008 gründlich überarbeitet und in einer neuen Fassung veröffentlicht. Die aktualisierte Ausgabe trägt den Titel „Leitfaden zur Nutzung von Oberflächennaher Geothermie (2026)“ und wendet sich in erster Linie an Bauherren, Planungsbüros, Fach- und Bohrunternehmen sowie an die zuständigen Genehmigungsbehörden.

Inhaltlich dreht sich alles um die oberflächennahe Geothermie, also die Erschließung von Wärme aus dem Untergrund bis in eine Tiefe von 400 Metern. Der Leitfaden erklärt sowohl die fachlichen als auch die rechtlichen Grundlagen, die bei Planung, Bau und Betrieb solcher Anlagen zu beachten sind. Berücksichtigt werden dabei Erdwärmesonden, Erdwärmekollektoren und größere geothermische Systeme, etwa Sondenfelder mit einer Leistung von mehr als 30 Kilowatt.

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Besonders praktisch dürfte für viele Nutzer der Blick auf die Verfahren bei der Unteren Wasserbehörde sein. Die Publikation beschreibt, wann eine Anzeige und wann eine Erlaubnis nötig ist, und erläutert zugleich die technischen Anforderungen an den Bau. Ziel ist es ausdrücklich, den Aufwand für den Erlaubnisantrag zu senken und die Dauer der Verfahren spürbar zu verkürzen.

Darüber hinaus ordnet der Leitfaden die hydrogeologischen und wasserwirtschaftlichen Bedingungen im Saarland ein und benennt mögliche Georisiken, die eine Erdwärmenutzung beeinflussen können. Er macht zudem transparent, in welchen Gebieten mit Einschränkungen zu rechnen ist. Ergänzt wird das Dokument durch eine Übersichtskarte zur Standortbeurteilung, die sogenannte Ampelkarte, samt hochaufgelösten Detailkarten für die einzelnen Landkreise.

Sowohl der Leitfaden als auch die dazugehörigen Karten stehen kostenlos zur Verfügung. Wer sich informieren möchte, findet die Materialien auf der Internetseite des LUA sowie im Geoportal des Saarlandes, wo die Übersichtskarte ebenfalls frei zugänglich ist.

Eingebettet ist die saarländische Initiative in ein größeres, bundesweites Vorhaben. Im Rahmen des Forschungsprojekts „WärmeGut“, an dem sich das Land als Partner beteiligt, wurde eine deutschlandweit einheitliche Geothermie-Karte zu den Nutzungsmöglichkeiten von Erdwärmesonden erarbeitet. Diese Karte wird im Geothermischen Informationssystem GeotIS des LIAG-Instituts für Angewandte Geophysik kostenfrei angeboten und schafft damit erstmals eine bundesweit vergleichbare Datengrundlage.

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