Trier bleibt die Nummer eins, wenn es um historische Stadtkerne im Südwesten geht. In einem aktuellen Vergleich des Reiseportals kurzurlaub.de setzt sich die Moselstadt mit 81,20 von 100 möglichen Punkten deutlich an die Spitze und lässt Mainz sowie Speyer hinter sich. Bewertet wurden dabei nicht nur die berühmten Wahrzeichen, sondern das gesamte Erlebnis rund um einen Kurzurlaub.
Für das Ranking 2026 nahm das Portal historische Stadtkerne aus allen 16 Bundesländern unter die Lupe. In die Wertung flossen unter anderem das historische Erlebnis, das Hotelangebot, die Fußläufigkeit, die Aufenthaltsqualität, die Online-Nachfrage und die Google-Bewertungen ein. Auch die typischen Kosten vor Ort spielten eine Rolle. In Rheinland-Pfalz und dem Saarland ergab sich daraus eine klare Rangordnung.
Hinter Trier reihen sich Mainz mit 75,87 Punkten und Speyer mit 72,74 Punkten ein. Es folgen Bacharach, Cochem und Worms. Bestes Ziel des Saarlandes wird der St. Johanner Markt in Saarbrücken mit 64,81 Punkten.
Dass Trier so weit vorne landet, verdankt die Stadt ihrer außergewöhnlichen Dichte an Geschichte. Als eine der ältesten Städte Deutschlands vereint sie Spuren aus der Römerzeit, dem Mittelalter und der Neuzeit auf engem Raum. Von der Porta Nigra sind es nur kurze Wege zum Hauptmarkt, zum Dom und zur Liebfrauenkirche. Kaiserthermen, Konstantinbasilika und Amphitheater ergänzen das Bild einer Stadt, in der gleich mehrere Bauwerke zum UNESCO-Welterbe zählen. Der untersuchte Genusskorb aus Kaffee, Kuchen, einem halben Liter Bier und einer warmen Mahlzeit kostet hier rund 20,30 Euro.
Mainz überzeugt mit einer anderen Mischung. Der Dom und die umliegenden Plätze prägen das Zentrum der Landeshauptstadt, während sich rund um den Kirschgarten Fachwerkhäuser und enge Gassen erhalten haben. Weinstuben, Cafés und Restaurants verbinden Domgeschichte mit rheinischer Lebensart. Beim Preis liegt Mainz mit rund 21,10 Euro allerdings über dem Landessieger, was im bundesweiten Vergleich einige Plätze kostet.
Speyer punktet gleich doppelt beim Welterbe. Der Kaiserdom gilt als größte erhaltene romanische Kirche der Welt und steht bereits seit 1981 auf der Liste. Seit 2021 gehören zudem die jüdischen Stätten der SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz dazu. Die kompakte Innenstadt zwischen Altpörtel und Dom sorgt für kurze Wege, der Genusskorb bleibt mit etwa 20,20 Euro vergleichsweise günstig.
Im Saarland führt Saarbrücken das Feld an. Der St. Johanner Markt bildet mit seinen Restaurants, Cafés und kleinen Läden das lebendige Herz des gleichnamigen Viertels. Von hier führen enge Gassen zur Basilika St. Johann und weiter zur Saar, auch Ludwigskirche und Schloss lassen sich gut in einen Spaziergang einbinden. Auf Rang zwei folgt Saarlouis mit 58,31 Punkten, das mit seiner Festungsgeschichte im Stil des Baumeisters Vauban und besonders niedrigen Ausgaben von rund 19,70 Euro überzeugt.
Das Ergebnis zeigt vor allem eines: Ein bekanntes Wahrzeichen allein entscheidet nicht über die Platzierung. Ausschlaggebend ist das Zusammenspiel aus historischem Erlebnis, kurzen Wegen, Übernachtungsmöglichkeiten, Aufenthaltsqualität, Nachfrage und den Kosten vor Ort. Genau dieses Gesamtpaket macht Trier zum Spitzenreiter der Region.




















