Annette Steinmetz Foto: Klinikum Saarbrücken

Wenn Annette Steinmetz nun ihr Büro auf dem Winterberg räumt, endet für sie mehr als nur ein Arbeitsverhältnis. „Der OP ist zu meiner zweiten Familie geworden“, sagt die scheidende OP-Leiterin des Klinikums Saarbrücken. „Das Büro auszuräumen fühlt sich an, als würde ich zu Hause ausziehen.“ Nach mehr als 30 Jahren im Zentral-OP tritt sie in den Ruhestand.

Seit 2014 leitete Steinmetz den Bereich und prägte dessen Abläufe über Jahre hinweg. Ihr Handwerk: das tägliche Zusammenspiel von Operationssaal, Eingriff und Personal so zu takten, dass am Ende alles ineinandergreift. Ein Puzzle, das sich selten von allein löst.

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Denn der Alltag im OP folgt keinem festen Drehbuch. „Der tägliche OP-Plan entsteht aus geplanten Operationen, verfügbarem Personal, Notfällen und spontanen Ausfällen. Selten läuft alles nach Plan“, erklärt Steinmetz. Verzögert sich ein Eingriff oder kommt ein Notfall dazwischen, verschiebt sich die gesamte Kette. Für wartende Patientinnen und Patienten sei das oft schwer zu verstehen. „Wir versuchen immer, alles möglich zu machen, aber manchmal reichen die Ressourcen nicht aus.“

Die Dimension der Aufgabe wird an den Zahlen deutlich: Das Team auf dem Winterberg betreut Eingriffe aus neun chirurgischen Kliniken, verteilt auf zwölf Säle im Zentral-OP sowie vier weitere externe Operationsbereiche. Koordiniert wurde das in enger Abstimmung mit PD Dr. Konrad Schwarzkopf, dem Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin, sowie einem ärztlichen Vertreter der Chirurgie.

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Dass ein solcher Betrieb funktioniert, verdankt sich für Steinmetz vor allem dem Team. „Jede und jeder hat seinen Platz, der Ablauf funktioniert wie ein Uhrwerk.“ Ob das Vorbereiten des Tisches, das Instrumentieren oder die Unterstützung als Springer – am Ende zähle der gemeinsame Beitrag. Wer Ordnung schätze, strukturiert arbeite und technisches Verständnis mitbringe, sei im OP genau richtig, sagt sie über den anspruchsvollen Beruf der Operationstechnischen Assistenz.

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Ihr eigener Weg dorthin begann früh. 1980 startete Steinmetz mit der Ausbildung zur Krankenschwester. Nach mehreren Stationen und einer Familienphase wechselte sie 1995 in den Zentral-OP des Winterbergs – eine Entscheidung, die ihr Berufsleben prägen sollte. 2008 übernahm sie die stellvertretende Leitung, absolvierte eine Weiterbildung im mittleren Management und rückte 2014 an die Spitze des Bereichs.

„Die 30 Jahre sind schnell vergangen“, blickt sie zurück. Nun beginnt für sie ein neuer Abschnitt, ohne Wehmut. „Alles hat seine Zeit. Jetzt kommt das, wofür im Alltag oft keine Zeit war. Ich freue mich darauf.“

Mit ihrem Abschied ordnet das Klinikum die Steuerung des Zentral-OPs neu. Künftig übernehmen OP-Manager Alexander Koppey, OP-Leitung Katja Schmitt und deren Stellvertreterin Stefanie Jäckel die Verantwortung gemeinsam.

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