Wenn es um die Startchancen der Kleinsten geht, will die FDP Saar nicht bei einer bloßen Verlängerung der Kita-Zeit stehen bleiben. Die von Ministerpräsidentin Anke Rehlinger angestoßene Debatte über frühkindliche Sprachförderung nehmen die Liberalen zwar ausdrücklich positiv auf – doch sie fordern zugleich mehr als reine Absichtserklärungen. „Jedes Kind muss mit guten Deutschkenntnissen und den notwendigen Grundlagen in die Schule starten können – das muss unser gemeinsames Ziel sein“, erklärt das Spitzenteam für die Landtagswahl, Jorgo Chatzimarkakis und Angelika Hießerich-Peter.
Der zentrale Kritikpunkt der Freien Demokraten richtet sich auf die Frage der Umsetzung. Eine längere Betreuungszeit allein bringe wenig, wenn Inhalt und vor allem Finanzierung ungeklärt blieben. Aus Sicht der Partei können die Kommunen die zusätzlichen Aufgaben derzeit weder personell noch finanziell schultern. Genau an diesem Punkt sieht die FDP die Landesregierung in der Pflicht: Sie dürfe die Gemeinden nicht sich selbst überlassen, bleibe aber bislang klare Antworten zur Finanzierung schuldig.
Inhaltlich zieht die FDP eine deutliche Linie zwischen Förderung und staatlichem Eingriff. Für die Partei gilt der Grundsatz: frühkindliche Bildung ja, staatliche Bevormundung nein. Die Erziehung bleibe Sache der Eltern. Statt Zwang setzen die Liberalen auf ein freiwilliges, qualitativ hochwertiges Vorschulangebot mit verbindlicher Sprachförderung. Oberstes Bildungsziel sei dabei ein unterrichtsreifes Deutsch.
Wie ein solches Angebot in der Praxis aussehen könnte, umreißt die Partei konkret. Idealerweise sollten Kitas eng mit Kinderärzten sowie Ergo-, Physio- und Logotherapeuten zusammenarbeiten. Eine wohnortnahe Betreuung sei dabei selbstverständlich. Bei allem Förderanspruch dürfe der Raum für Familie, Spiel und individuelle Entwicklung nicht verloren gehen.
Die nötigen Mittel will die FDP nicht durch neue Schulden, sondern durch eine umfassende Staatsmodernisierung freisetzen. Milliarden für immer neue Verwaltungsstrukturen dürften nicht verhindern, dass Geld in die Bildung aller Kinder fließe. Konkret schlägt die Partei vor, Doppelstrukturen zwischen Land und Kommunen abzubauen, Verwaltungsprozesse konsequent zu digitalisieren und die eingesparten Gelder in die frühkindliche Bildung umzuleiten.
Auch die räumlichen Bedingungen nimmt die FDP in den Blick. Schule und Kita müssten – wie in anderen Ländern längst üblich – zu Orten werden, an denen Kinder sich gerne aufhalten. Dazu gehörten einerseits gute bauliche Voraussetzungen, vom Zustand der Räume bis hin zu einer Klimatisierung, andererseits eine Atmosphäre, die physisch wie mental stimmig ist.
Am Ende betont das Spitzenteam noch einmal die Gemeinsamkeit im Ziel bei gleichzeitiger Differenz im Weg: „Wir teilen das Ziel der Ministerpräsidentin. Aber gute Bildung entsteht nicht durch mehr staatlichen Zwang, sondern durch bessere Angebote, starke Eltern und einen Staat, der seine Prioritäten endlich richtig setzt.“


















