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Sechs Jahre nach seiner Gründung erhält der Nationale Wasserstoffrat ein neues Gewand. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch eine umfassende Reform des Beratungsgremiums beschlossen, die auf einen Vorschlag von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche zurückgeht. Der Rat, der im Juni 2020 seine Arbeit aufnahm, soll künftig schlanker, wirtschaftsnäher und enger an die strategischen Prioritäten der Bundesregierung angebunden sein.

Konkret bedeutet das: Die ökonomische Expertise im Gremium wird ausgebaut, das inhaltliche Mandat erweitert sich auf Wasserstoffderivate und weitere Moleküle, und die bislang verzweigte Gremienlandschaft wird gestrafft. Hintergrund ist eine neue Phase des Markthochlaufs, in der nicht mehr nur technische und regulatorische Fragen im Vordergrund stehen, sondern zunehmend die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Wasserstoffwirtschaft.

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„Nach dem Aufbau technischer und regulatorischer Grundlagen rücken nun beim Aufbau eines Wasserstoffmarktes die wirtschaftlichen Aspekte stärker in den Vordergrund“, erklärte Reiche. Gefragt sei eine Beratung, die Marktentwicklungen eng begleite und praxisnahe Impulse liefere. Die Ministerin dankte den bisherigen Mitgliedern und insbesondere dem amtierenden Vorsitzenden Felix Matthes, dessen fachliche Integrität die Arbeit des Rates wesentlich geprägt habe.

Dass die Reform ressortübergreifend getragen wird, zeigt die Beteiligung von gleich vier weiteren Ministerien. Verkehrsminister Patrick Schnieder verwies auf die Bedeutung des Rates für die Mobilitätswende. Wasserstoff und seine Derivate seien ein wichtiger Baustein für klimafreundliche Mobilität und ergänzten andere alternative Antriebe. Stellungnahmen des Gremiums hätten konkrete politische Maßnahmen mitgeprägt, etwa beim Schwerlastverkehr oder bei der Umsetzung der überarbeiteten Erneuerbare-Energien-Richtlinie.

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Forschungsministerin Dorothee Bär betonte die Rolle der Wissenschaft im Rat. Die neue Satzung und eine Mischung aus wiederberufenen und neuen Mitgliedern werde das Gremium weiter stärken. Wasserstoff-Technologien böten zugleich erhebliche Chancen für Export und industrielle Wertschöpfung in Deutschland. Umweltminister Carsten Schneider sprach von einer notwendigen neuen Phase: Nach Jahren des Vorbereitens müsse der Markthochlauf jetzt Dynamik gewinnen. Grüner Wasserstoff sei für ein flexibles, sicheres und bezahlbares Energiesystem unverzichtbar – und ein zentraler Hebel für Klimaneutralität in Industrie und Verkehr.

Eine internationale Dimension steuerte Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan bei. Die Wasserstoffwirtschaft der Zukunft, so ihre Forderung, müsse gerechter und nachhaltiger sein als die fossile Vergangenheit. Der reformierte Rat solle dem internationalen Engagement der Bundesregierung neue Impulse geben – mit dem Ziel, Wasserstoff hierzulande günstiger zu machen und gleichzeitig die nachhaltige Entwicklung bei Partnern weltweit zu fördern.

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Konkret enden die aktuellen Mitgliedschaften zum 30. Juni 2026, die letzte Sitzung in bisheriger Besetzung findet am 18. Juni 2026 statt. Die neue Satzung, die das Bundeswirtschaftsministerium im Einvernehmen mit den vier weiteren Ressorts erlassen hat, tritt am 1. Juli 2026 in Kraft. Anschließend sollen die neuen Mitglieder zügig berufen werden – ein Zeichen dafür, dass die Bundesregierung beim Wasserstoffhochlauf keine Zeit verlieren will.

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