Ein Verband, der aus den Trümmern der Nachkriegszeit hervorging und heute rund 11.000 Mitglieder zählt, blickt auf acht Jahrzehnte berufspolitischer Arbeit zurück. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) feiert an diesem Wochenende sein 80-jähriges Bestehen mit einer dreitägigen Jubiläumstagung im Haus der Psychologie in Berlin. Den Auftakt bildete am Freitag, den 5. Juni, der eigentliche Gründungstag, der sich exakt zum achtzigsten Mal jährt.
Die Geschichte des Verbandes beginnt 1946 in Hamburg, nur ein Jahr nach Kriegsende. Psychologinnen und Psychologen schlossen sich damals zusammen, um ihre berufliche Existenz zu sichern und sich gegenseitig zu stützen. Wie groß das Bedürfnis nach einer organisierten Stimme war, dokumentiert die erste Ausgabe der Verbandsmitteilungen vom Januar 1947 mit dem programmatischen Satz: „Wo ein Wille, da ist auch ein Weg! Den Verband auf die Beine zu stellen, ist bereits gelungen; die zahlreich einlaufenden Mitgliedsanträge beweisen, dass ein wirkliches Bedürfnis für diesen Zusammenschluss besteht.“
Heute versteht sich der BDP als größte bundesweit agierende Interessenvertretung des Berufsstandes. Er mischt sich in gesellschaftliche Debatten ein, bringt fachliche Positionen in Gesetzgebungsverfahren ein und fördert Wissenschaft, Forschung sowie den psychologischen und psychotherapeutischen Nachwuchs. Dass diese Arbeit an Bedeutung gewonnen hat, ist für die Verbandsspitze offensichtlich.
„In Zeiten multipler Krisen und teilweise rasanter Veränderungen in allen Lebensbereichen hat die Psychologie als Profession enorm an Bedeutung gewonnen“, erklärt BDP-Präsidentin Thordis Bethlehem. Der Bedarf an seriöser psychologischer und psychotherapeutischer Versorgung sei in der Bevölkerung deutlich gestiegen, weil sie Menschen helfe, persönliche wie globale Herausforderungen zu bewältigen und neue Strategien zu entwickeln. Parallel dazu wachse auch das mediale Interesse an psychologischen Fragestellungen spürbar.
Das Tagungsprogramm umfasst rund 30 Veranstaltungen und greift gezielt aktuelle Themen auf. Eröffnet wird die Jubiläumstagung am Freitag mit einem Vortrag von Prof. Dr. Elisabeth Kals zum „Gerechtigkeitserleben und sozialer Verantwortung“. Am Samstag folgt eine Politikwerkstatt mit Dr. Thomas Götz, dem ehemaligen Staatssekretär im Brandenburger Gesundheitsministerium, der über „Die doppelte Klimakrise – meteorologisch und gesellschaftlich“ spricht.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet ein Verbändegipfel zur Psychologie im Arbeitsschutz. Daran beteiligen sich neben dem BDP auch Prof. Dr. Annett Kluge, 1. Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, Vertreterinnen und Vertreter des Fachverbands PASiG, Dr. Christian Felten von der Basi sowie VDSI-Vorstand Silvester Siegmann. Über die drei Tage hinweg rücken Themen wie Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt, Klimaschutz, Digitalisierung, Arbeitssicherheit, Bildung, Kindeswohl, psychotherapeutische Versorgung und Verbraucherschutz in den Mittelpunkt.
Abgerundet wird das Programm durch Einblicke in die Initiativen und Kooperationen des Verbandes sowie einen Festakt zum runden Geburtstag. Interessierte finden alle Details zu Veranstaltungen, Expertinnen und Experten sowie zu den Feierlichkeiten auf der Programmwebsite des BDP. Für Pressevertretungen stehen die Fachleute des Verbandes bereits im Vorfeld und während der Jubiläumstage für Interviews zur Verfügung.


















