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Acht Jahrzehnte nach seiner Gründung im Nachkriegsdeutschland blickt der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) auf eine Geschichte zurück, die heute relevanter erscheint denn je. Vom 5. bis 7. Juni 2026 lädt der Verband zu einer Jubiläumstagung ins Berliner Haus der Psychologie ein – und schlägt damit bewusst einen Bogen zwischen den Aufbaujahren 1946 und den vielfältigen Krisen der Gegenwart.

Die Wurzeln des Verbandes reichen in eine Zeit zurück, in der psychologische Berufsausübung in Deutschland neu gedacht werden musste. „Wo ein Wille, da ist auch ein Weg! Den Verband auf die Beine zu stellen, ist bereits gelungen; die zahlreich einlaufenden Mitgliedsanträge beweisen, dass ein wirkliches Bedürfnis für diesen Zusammenschluss besteht“, hieß es in der ersten Ausgabe der Verbandsmitteilungen im Januar 1947. Genau dieser Gründungsimpuls – Selbstorganisation, kollegiale Unterstützung und berufliche Absicherung – soll im Jubiläumsjahr neu verhandelt werden.

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Heute zählt der BDP rund 11.000 Mitglieder und versteht sich als größte bundesweit agierende Interessenvertretung des Berufsstandes. Der Verband mischt sich in Gesetzgebungsverfahren ein, fördert Wissenschaft und Nachwuchs und liefert Politik wie Öffentlichkeit fachliche Einordnungen zu psychologischen Fragestellungen.

BDP-Präsidentin Thordis Bethlehem ordnet die gewachsene Bedeutung des Faches deutlich ein: „In Zeiten multipler Krisen und teilweise rasanter Veränderungen in allen Lebensbereichen hat die Psychologie als Profession enorm an Bedeutung gewonnen.“ Der Bedarf an verlässlicher psychologischer und psychotherapeutischer Versorgung sei spürbar gestiegen, weil Menschen Unterstützung bei der Bewältigung persönlicher wie globaler Herausforderungen suchten. Parallel dazu, so der Verband, habe auch das mediale Interesse an psychologischen Perspektiven in den vergangenen Jahren stark zugenommen.

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Das Programm der dreitägigen Tagung bündelt rund 30 Veranstaltungen. Den Auftakt am Freitag bildet ein Vortrag von Prof. Dr. Elisabeth Kals über „Gerechtigkeitserleben und soziale Verantwortung“. Am Samstag folgt eine Politikwerkstatt mit dem ehemaligen Staatssekretär im Brandenburger Gesundheitsministerium, Dr. Thomas Götz, der unter dem Titel „Die doppelte Klimakrise – meteorologisch und gesellschaftlich“ die Verschränkung ökologischer und sozialer Verwerfungen ausleuchtet.

Ein weiterer Programmpunkt ist der Verbändegipfel zur Psychologie im Arbeitsschutz. Dort treffen Vertreterinnen und Vertreter des BDP auf die 1. Vizepräsidentin der DGPs, Prof. Dr. Annett Kluge, den Fachverband PASiG, Dr. Christian Felten von der Basi sowie VDSI-Vorstand Silvester Siegmann. Inhaltlich spannt sich der Bogen weit: Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt, Klimaschutz, Digitalisierung, Arbeitssicherheit, Bildung und Kindeswohl, psychotherapeutische Versorgung sowie Verbraucherschutz in der Psychologie stehen ebenso auf der Agenda wie ein festlicher Akt zum 80. Geburtstag.

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Der Verband betont, dass Interessierte ausdrücklich eingeladen sind, mitzudiskutieren. Für die Berichterstattung stellt der BDP seine Expertinnen und Experten sowohl im Vorfeld als auch während der Tagungstage für Interviews zur Verfügung. Damit verbindet sich das Jubiläum mit einem klaren Anspruch: Die psychologische Profession will nicht nur zurückblicken, sondern ihre Stimme in den aktuellen gesellschaftlichen Debatten hörbar machen.

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