Noch nie haben sich so viele saarländische Grundschulkinder hinter ein Buch geklemmt wie in diesem Jahr: 6.397 Schülerinnen und Schüler stellten sich beim 26. Lesedino-Vorlesewettbewerb der Konkurrenz – ein Teilnahmerekord, der das landesweite Projekt zur Leseförderung in eine neue Dimension hebt. Am Ende eines langen Wegs durch Klassen- und Regionalentscheide stand der Landesentscheid mit den zwölf besten Vorleserinnen und Vorlesern. Den Titel sicherte sich Pauline Menninger von der Grundschule Wallerfangen.
Die Auszeichnung überreichte Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot persönlich. Für sie ist der Wettbewerb weit mehr als eine schulische Pflichtübung. „Es ist immer wieder beeindruckend zu erleben, mit welcher Begeisterung Kinder in Geschichten eintauchen und diese beim Vorlesen lebendig werden lassen“, sagte die Ministerin bei der Ehrung. Lesen schenke Kindern Fantasie, stärke ihr Selbstvertrauen und helfe ihnen, die Welt zu entdecken.
Die Zahlen aus diesem Durchgang sprechen für sich. 131 Grundschulen und 341 Klassen beteiligten sich an dem Format, das im Saarland seit 26 Jahren zum festen Inventar der schulischen Leseförderung gehört. Damit hat sich der Lesedino längst von einer kleinen Idee zu einer der größten Bildungsbewegungen des Landes entwickelt – getragen von Lehrkräften, Bibliotheken und nicht zuletzt von den Kindern selbst.
Für die Siegerin aus Wallerfangen hatte die Jury neben Award, Buch und Urkunde noch einen besonderen Bonus parat: einen Bücherscheck über 75 Euro sowie einen Sonderpreis. Pauline Menninger darf gemeinsam mit dem Sieger des Vorlesewettbewerbs des Börsenvereins eine Lesung mit der saarländischen Autorin Esther Kuhn mitgestalten. Schauplatz wird die Eröffnung der Europäischen Kinder- und Jugendbuchmesse sein. Auch die übrigen Finalistinnen und Finalisten verließen die Bühne nicht mit leeren Händen, sondern mit Buch, Urkunde und Bücherscheck.
„Jedes Kind, das Freude am Lesen findet, gewinnt ein Stück Selbstständigkeit und einen Schlüssel für seinen weiteren Bildungsweg“, betonte Streichert-Clivot. Der Lesedino mache diese Begeisterung sichtbar und zeige, „wie viel Talent, Kreativität und Mut in unseren Schülerinnen und Schülern steckt“. Ihren Respekt richtete sie ausdrücklich an alle Teilnehmenden, nicht nur an die Preisträger.
Der Wettbewerb wird seit 2001 vom Ministerium für Bildung und Kultur gemeinsam mit den Grund- und Förderschulen sowie den öffentlichen Bibliotheken des Landes ausgerichtet. Bildungspolitisch hat das Thema im Saarland einen hohen Stellenwert, gilt Lesekompetenz doch als Schlüssel für Lernerfolg, gesellschaftliche Teilhabe und Chancengerechtigkeit. Ergänzend zum Lesedino führte das Land zum Schuljahr 2025/26 das sogenannte Leseband ein – ein Konzept, das tägliche Lesezeiten fest im Schulalltag von Grund-, Förder- und Gemeinschaftsschulen verankert und die Lesefreude systematisch stärken soll.




















