Zwischen antiken Mauern, offenem Himmel und einem Ort, der sonst vor allem Geschichte erzählt, ging es am Samstagvormittag im Römermuseum Schwarzenacker um etwas sehr Gegenwärtiges: Liebe, Partnerschaft und den Wunsch, sich für den gemeinsamen Weg stärken zu lassen. Die Pfarrei Heilig Kreuz Homburg hatte erstmals zu einer Segensfeier für Paare auf das Museumsgelände eingeladen – offen für alle, unabhängig davon, ob sie erst seit kurzer Zeit zusammen sind oder schon seit vielen Jahren miteinander durchs Leben gehen.

Wir waren vor Ort dabei und zeigen die Eindrücke der Feier in einer großen Bildergalerie. Zu sehen ist ein Gottesdienst, der bewusst nicht in einer Kirche stattfand, sondern mitten an einem öffentlichen Ort. Genau das war kein Zufall, wie Gemeindereferent Frank Klaproth-Brands im Gespräch erklärte. Die Pfarrei habe sich in ihrem pastoralen Konzept vorgenommen, „Segensort für alle“ zu sein. Dahinter stehe die Frage, wie man Menschen heute erreichen könne – auch jene, die nicht automatisch den Weg in eine Kirche finden.

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„Wir sind am Überlegen und am Angebote kreieren, wie wir die Menschen in unserer Pfarrei und darüber hinaus praktisch erreichen können“, sagte Klaproth-Brands. Es gehe darum, Orte zu schaffen, an denen Menschen spüren, „dass sie da angenommen sind, so wie sie sind“. Der Segen solle dabei kein abstrakter Begriff bleiben, sondern etwas, das Menschen konkret erfahren können: „Dass das wirklich ein Segensort ist, in dem ihnen Gutes durch Gott zugesagt wird.“

Mit der Segensfeier für Paare knüpft Heilig Kreuz an eine Reihe neuer Formate an, mit denen die Pfarrei Menschen außerhalb klassischer Gottesdiensträume erreichen möchte. Klaproth-Brands nannte in diesem Zusammenhang unter anderem das Abenteuerland und das Osterabenteuer für Familien in der Kita St. Michael. Auch für das Jahresende gebe es bereits Überlegungen: Auf dem Homburger Hauptfriedhof ist an Heiligabend mittags eine Segensfeier für Trauernde geplant. Dafür habe man bereits grünes Licht von der Stadt.

Der rote Faden hinter diesen Ideen ist klar: Die Pfarrei will Bewährtes weiter pflegen, aber nicht dabei stehen bleiben. „Nicht nur am Bewährten verharren, sondern wirklich auf die Menschen zugehen“, beschrieb Klaproth-Brands den Ansatz. Dazu gehöre auch, bewusst „raus aus den Kirchenmauern zu gehen“. Das Römermuseum bot dafür einen besonderen Rahmen: zentral gelegen, offen, gut erreichbar und zugleich anders besetzt als ein Kirchenraum.

Gerade diese Niederschwelligkeit spielte bei der Auswahl des Ortes eine wichtige Rolle. „Mach ich es in einer Kirche, hält das den einen oder anderen vielleicht schon wieder ab“, sagte Klaproth-Brands. Manche Menschen verbänden mit Kirche ein bestimmtes Bild oder auch persönliche Vorbehalte. Ein Ort wie das Römermuseum könne deshalb helfen, Hemmschwellen abzubauen. Es sei „ein zentraler Ort, raus aus der Kirchenmauer“, aber auch pastoral gesehen ein niederschwelliger Ort, „wo es vielleicht dem einen oder anderen leichter fällt zu kommen“.

Im Mittelpunkt der Feier standen die Paare selbst. Es ging nicht um große Worte oder lange Wege, sondern um einen Moment des Innehaltens: die eigene Partnerschaft anschauen, dankbar zurückblicken, sich stärken lassen für das, was kommt. Musikalisch begleitet wurde die Segensfeier vom Chor Taktstrich aus Kirrberg, der dem Vormittag eine ruhige und zugleich feierliche Note gab.

Im Anschluss lud die Pfarrei zu einem Umtrunk ein. So blieb nach dem Gottesdienst Zeit für Begegnung, Gespräche und den Blick auf einen Ort, der an diesem Vormittag anders genutzt wurde als sonst. Für Heilig Kreuz dürfte diese erste Segensfeier im Römermuseum zugleich ein Test gewesen sein, wie solche Formate außerhalb vertrauter Räume angenommen werden. Nach dem Eindruck vor Ort spricht vieles dafür, dass dieser Weg weitergedacht werden kann – unsere Bildergalerie zeigt die schönsten Eindrücke des Vormittags.

Alle Bilder: Friedel Simon

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