Mehr als eine Milliarde Euro fließen in den kommenden Jahren in den Wirtschaftsstandort Saarland – ein Signal, das im saarländischen Landtag für hörbare Zuversicht sorgt. Im Wirtschaftsausschuss berichtete die Landesregierung am Mittwoch über drei Großprojekte, die zusammengenommen eine selten klare Standortentscheidung zugunsten des Bundeslandes bedeuten. Ausschussvorsitzender Damhat Sisamci sprach im Anschluss von einem „starken Signal an die Saarländerinnen und Saarländer“.
Auf der Tagesordnung standen der Spatenstich und der Baufortschritt beim Pharmaunternehmen Vetter ebenso wie die geplanten Investitionen der VSE AG und der HIL in St. Wendel. Alle drei Vorhaben zusammen bewegen sich in einer Größenordnung, die für das kleinste Flächenland eine industriepolitische Hausnummer darstellt – und die ausgerechnet in einer Phase fällt, in der andernorts über Standortverlagerungen diskutiert wird.
„Die drei Unternehmen investieren in den kommenden Jahren gemeinsam weit über eine Milliarde Euro in den Standort Saarland“, betonte Sisamci. Er wertete das Engagement als „klares Bekenntnis der Unternehmen zu unserem Wirtschaftsstandort“. Damit reiht sich das Saarland in eine kurze Liste von Bundesländern ein, die derzeit substanzielle private Industrieinvestitionen verbuchen können.
Neben den Unternehmensprojekten nahmen sich die Abgeordneten auch den jüngsten bitkom-Länderindex vor. Das Saarland verbesserte sich darin von Platz 12 auf Platz 6 – ein Sprung um sechs Positionen, der bei der Digitalisierungsbewertung der Länder Aufmerksamkeit erregt. Für Sisamci ein belastbarer Befund: „Der Sprung von Platz 12 auf Platz 6 zeigt, dass unser Land bei der Digitalisierung spürbar vorankommt.“
Der Ausschussvorsitzende verband das Ergebnis mit einer Botschaft in Richtung Digitalministerium. Dort, so seine Lesart der Berichte, herrsche kein Ruhebedürfnis: „Gleichzeitig wurde deutlich, dass sich das Digitalministerium auf diesen Erfolgen nicht ausruht, sondern den eingeschlagenen Kurs mit hohem Tempo weiterverfolgt.“ Die digitale Infrastruktur gilt als zentraler Faktor, wenn das Land im Standortwettbewerb auch jenseits klassischer Industrieansiedlungen mithalten will.
Sisamci nutzte die Sitzung außerdem für eine grundsätzliche Standortbestimmung. „Der Wirtschaftsausschuss hat heute gezeigt, dass es auch in wirtschaftlich fordernden Zeiten gute Gründe für Zuversicht gibt“, erklärte er. Gemeinsam mit Unternehmen und Beschäftigten wolle man auf den vorhandenen Stärken aufbauen – und Defätismus eine klare Absage erteilen. Sein Schlusssatz fiel entsprechend deutlich aus: „Denn von Miesmachen und Nörgelei entsteht nicht ein neuer Arbeitsplatz.“


















